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HUENDE

KAPITEL · 10

001Eine Stadt öffnet sich002Die Wege der Briefe003Der Weg nach Schweden004Hinter der blauen Fläche005Zwischen zwei Rahmen006Stimmen aus einer inneren Landschaft007Die verschiedenen Zeiten einer Platte008Dreißig Jahre später ein anderer Rahmen

Fermenting Innards — Myst

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FERMENTING INNARDS · 1995 · ALBUMGESCHICHTE

Myst

Erscheinung: September 1995
Verfügbare Sprachen:
HUENDE
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Die vollständige achtteilige Erzählung über das 1995 erschienene Album Myst von Fermenting Innards: Berlin, die Aufnahmen in Örebro, die Musik und spätere Neuauflagen.

Fermenting Innards — Myst (1995)

Albuminformationen

Titelliste · Original-CD (10 Titel)

  1. 01.Blood and Thunder2:24
  2. 02.Myst5:15
  3. 03.Those Burning Thorns7:03
  4. 04.Hateful3:22
  5. 05.Transfiguration of the Withered Beauty4:41
  6. 06.Eternal Sadness6:07
  7. 07.Mourning3:47
  8. 08.The Rising in Northern Storm5:21
  9. 09.Svartfoldet Hat6:28
  10. 10.Battles on Ice2:22

Gesamtspielzeit: 46:50

Bandmitglieder und Mitwirkende

Mario Weinhold
Leadgesang
Rico Spiller
Gitarre, Bass, Hintergrundgesang
Andreas Hilbert
Gitarre, Bass, Hintergrundgesang
Marek Kassubeck
Schlagzeug, Hintergrundgesang
Dan Swanö
Gastgesang, Keyboards, Leadgitarre; Toningenieur
Rickard Alriksson
Gastgesang
Mortiis
Musik und Instrumentalaufnahmen (Titel 1 und 10)
Øystein G. Brun
Liedtexte (Titel 3 und 9)

Aufnahme und Veröffentlichung

Aufnahme
1995-05-21 – 1995-05-29 · Unisound, Örebro, Sweden
Tontechniker
Dan Swanö
Abmischung
Dan Swanö & Fermenting Innards
Mastering
Peter In de Betou · Cutting Room, Stockholm
Label
Invasion Records · I.R. 016 · CD
Erscheinung
September 1995 · genauer Tag nicht bestätigt
Ursprüngliches Cover
Marco Gemmet / Darken Art

Offizielle Musikdienste

Spotify↗Apple Music↗
◉

Physische Ausgaben · Neuauflagen

Neuauflagen von 2025, nicht die Original-CD von 1995. Preis und Bestand können sich ändern.

▣2025 · 2CD · Rotting MiseryNorthern Silence2025 · Rotting MiseryKaufen ↗▣2025 · dupla LP · Rotting MiseryUndercover Records2025 · Rotting MiseryKaufen ↗▣2025 · 2CD · Rotting MiseryFDA Records2025 · Rotting MiseryKaufen ↗

Bandkanäle

Offizielle Kanäle und geprüfte Bandprofile

Metal Archives↗Album auf Spotify↗
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Eine Stadt öffnet sich

Als Bonesawer, die Vorläuferband von Fermenting Innards, in der Berliner Undergroundszene auftauchte, befand sich der Alltag der Stadt im Umbruch. Zwischen den Anfängen um 1990 und dem 1995 erschienenen Album Myst änderten sich nicht nur der Bandname und einige Aufnahmen. Deutschland wurde wiedervereinigt, lange versperrte Verkehrswege öffneten sich, alte Institutionen verschwanden, und neue Verbindungen entstanden. Innerhalb weniger Jahre gelangten die deutschen Musiker in ein schwedisches Studio. Dort wurden auch die Kompositionen eines norwegischen Mitwirkenden und die Möglichkeiten eines kleinen deutschen Labels Teil der Albumgeschichte. Keine einzelne politische Zäsur setzte diesen Weg in Gang; von der sich verändernden Welt Berlins lässt er sich dennoch nicht trennen.

Berlins lange Geschichte

Berlins lange Geschichte war schon vor der Teilung von der Begegnung verschiedener Wege geprägt. Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Berlin und Cölln, die an den beiden Ufern der Spree entstanden, datiert die städtische Chronologie auf 1244 beziehungsweise 1237; 1307 schlossen beide Siedlungen ein Bündnis. Aus einem Knotenpunkt des Handels zu Wasser und zu Lande wurde im Lauf der Zeit eine wichtige Verwaltungs- und Militärstadt des Kurfürstentums Brandenburg und später des preußischen Staates. Nach der deutschen Reichsgründung von 1871 wuchs Berlin als Hauptstadt weiter. 1877 überschritt seine Einwohnerzahl die Millionengrenze. Neben Fabriken entstanden Arbeiterwohnungen, Verkehrsnetze und Einrichtungen einer breiten städtischen Kultur. Die spätere unabhängige Musikszene erbte davon vor allem das dichte Geflecht städtischer Kontakte, die Presse, die Verkehrswege und die Möglichkeiten zur Selbstorganisation.

Das folgende Jahrhundert riss dieses Erbe immer wieder auf. In den Jahren der Republik nach dem Ersten Weltkrieg und nach der Bildung Groß-Berlins 1920 entfaltete sich ein außerordentlich reiches Theater-, Rundfunk- und Unterhaltungsleben, während politische Konflikte und wirtschaftliche Krisen die Stadt erschütterten. Nach der Verfolgung unter der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 und den Zerstörungen des Krieges teilten vier Besatzungsmächte Berlin unter sich auf. Die Blockade von 1948 bis 1949, die Entstehung zweier deutscher Staaten 1949 und schließlich der am 13. August 1961 errichtete Mauerkomplex vertieften die Trennung der beiden Stadthälften. Nach Angaben der Stiftung Berliner Mauer war West-Berlin von einem rund 155 Kilometer langen Grenzsystem umschlossen. Die Grenze veränderte das Leben von Familien, Arbeitsstätten und kulturellen Gemeinschaften ebenso wie die Verkehrsverbindungen. Als die Grenze am 9. November 1989 geöffnet wurde, verschwanden die vorausgegangenen Jahrzehnte nicht einfach mit ihr.

Zwei Underground-Traditionen

Auch die unabhängige Musik brachte zwei verschiedene Geschichten mit. In West-Berlin entstand seit dem Ende der 1970er-Jahre rund um Clubs für Punk, autonome Kunst und Experimente eine eigene Öffentlichkeit. Im Umfeld des SO36 begegnete die Konzertszene Hausbesetzergruppen und anderen subkulturellen Gemeinschaften. Karl-Ulrich Walterbach leitete in späteren Erinnerungen von den Verbindungen zwischen KZ36, SO36 und Aggressive Rock Produktionen den Weg zu Noise Records ab. In den 1980er-Jahren fanden in diesem Netzwerk neben Punk auch Thrash Metal und andere Metalrichtungen ihren Weg in den internationalen Vertrieb. In der DDR arbeiteten Bands unter anderen Bedingungen. Westliche Radiosender, kopierte Kassetten und Konzerte in kirchlichen oder inoffiziellen Räumen halfen dabei, die Grenzen des staatlichen Kultursystems zu überwinden. Die Erfahrung von Kontrolle und Selbstorganisation ließ sich nach der Öffnung der Mauer nicht von einem Tag auf den anderen mit dem westlichen Clubmarkt verschmelzen.

Die Berliner Verbindungen von Fermenting Innards gehören zu diesem doppelten Erbe. Die Wohnorte der einzelnen Musiker in ihrer Kindheit sind jedoch nicht genau genug bekannt, um die Geschichte eines bestimmten Stadtteils nachträglich zu ihrer persönlichen Biografie zu machen. Frühe Aufzeichnungen datieren Bonesawer auf 1990 bis 1991 und erwähnen eine Proberaumkassette mit dem Titel The Pionierhaus Session, auf der Marek Kassubeck als Schlagzeuger genannt wird. Ab 1991 taucht der Name Fermenting Innards auf. Rico Spiller wird auch als Gitarrist auf Premature Autopsy geführt; dieselbe Datenquelle identifiziert den damals verwendeten Namen Flitze mit Fred Wollenberg. Die genaue Identität des als Nico erwähnten Sängers bleibt dagegen ungeklärt. Die vollständige Viererbesetzung von 1995 lässt sich somit nicht ohne Weiteres in diese Anfangszeit zurückprojizieren, auch wenn sich durch Marek und Rico bereits eine gewisse Kontinuität abzeichnet.

Wiedervereinigung und städtischer Umbruch

Zur gleichen Zeit folgten die neuen staatlichen Regelungen nahezu im Monatsrhythmus aufeinander. Im Februar 1990 schlug Helmut Kohl eine Währungsunion vor, im Mai wurde ein Staatsvertrag geschlossen, am 1. Juli trat die Wirtschafts- und Währungsunion in Kraft, und am 3. Oktober vollzog sich die staatliche Einheit. Nach einer Rückschau der Deutschen Bundesbank betraf die Umstellung des Geldsystems mehrere zehn Millionen Bankkonten. Sie veränderte die Abläufe in Unternehmen und Institutionen ebenso wie die alltäglichen Geldgeschäfte. Im Berliner Verkehr wurden die Veränderungen unmittelbar sichtbar: Am 2. Juli 1990 wurde der durchgehende Zugverkehr auf der Stadtbahn wieder aufgenommen, am 1. September öffneten mehrere zuvor geschlossene Stationen der Nord-Süd-Strecke. Der Bahnhof Potsdamer Platz wurde im März 1992 wieder vollständig in den Verkehr eingebunden; im selben Jahr wurden auch die Verbindungen nach Potsdam und zu weiteren Zielen in Brandenburg ausgebaut. Nach dem Zusammenschluss der Bahngesellschaften 1994 entstand 1995 eine eigenständige S-Bahn-Gesellschaft in Berlin. Über Gleise und Bahnhöfe wuchs die wiedervereinte Stadt langsam erneut zusammen.

Die neuen Möglichkeiten bedeuteten keineswegs einen reibungslosen Übergang. Laut den Stadtsoziologen Andrej Holm und Armin Kuhn war die frühere Hausbesetzerwelle in West-Berlin vor allem von Wohnungsnot und Sanierungspolitik geprägt. Die östliche Bewegung um 1990 entstand dagegen unter dem Einfluss des Zusammenbruchs staatlicher Eigentumsverhältnisse und einer neuen marktwirtschaftlichen Stadtordnung. An den Besetzungen in der Mainzer Straße in Friedrichshain beteiligten sich im Mai 1990 Hunderte Jugendliche und Aktivisten. Auf Gemeinschaftsküchen, Werkstätten, Buchläden und Wohngemeinschaften folgte vom 12. bis 14. November ein schwerer Konflikt um die Räumungen. Eine persönliche Beteiligung der Band ist nicht belegt; der Kampf um kulturelle Räume gehört dennoch zur Stadtgeschichte. Am 21. November wurde unterdessen in Paris eine europäische Charta unterzeichnet, die Zusammenarbeit nach dem Kalten Krieg verkündete. Zwischen 1990 und 1995 formierten sich die institutionelle Ordnung des Kontinents, der europäische Binnenmarkt und die Europäische Union. Der lokale Übergang war Teil einer viel größeren Neuordnung.

Musikräume und frühe Kassetten

Die Berliner Musikszene öffnete sich in mehrere Richtungen. Im Knaack-Klub fand die sich neu organisierende ostdeutsche Rock- und Alternativszene einen Ort; das Tacheles beherbergte Werkstätten, Ausstellungen und Konzerte. Der Tresor öffnete am 13. März 1991 in einem ehemaligen Tresorraum der Innenstadt und wurde mit der Zeit zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen Detroit und der europäischen elektronischen Musik. Einstürzende Neubauten aus dem Westteil der Stadt standen mit ihren industriellen und avantgardistischen Experimenten der 1980er-Jahre für ein weiteres Erbe. Metal war eine Gemeinschaft unter vielen Klangwelten, ohne dass jede Berliner Band zwangsläufig direkte Anregungen von den anderen übernahm. Zugleich richtete sich der politische Blick auf die Zukunft der Hauptstadt. Am 20. Juni 1991 entschied sich der Bundestag nach einer etwa elf- bis zwölfstündigen Debatte mit 338 zu 320 Stimmen für die künftige Regierungs- und Parlamentsfunktion Berlins. Auf einen Planungswettbewerb für den Potsdamer Platz im Jahr 1991 folgten ab 1993 große Bauarbeiten. Die Festlegung von Standorten und der tatsächliche Umzug der Institutionen blieben zwei verschiedene Prozesse.

Die Titel der frühen Kassetten zeichneten noch das Bild einer Band, die aus Death Metal und Grindcore kam. Jahre später schrieb shwartzheim, der Name Fermenting Innards habe ihn an Carcass und Grindcore denken lassen, bevor er auf die ganz andere Mischung von Myst stieß. Diese Assoziation eines Hörers macht den Abstand zwischen der frühen Ausrichtung und dem späteren Album spürbar, beweist aber nicht, warum die Musiker ihren Namen wählten. Das Repertoire wuchs unterdessen. Eine Aufzeichnung zu Only Shreds Remain, datiert auf September 1992, nennt sechs Stücke; in Konzertmaterialien erscheinen Coverversionen von Fear of God und Entrails Massacre, auch wenn sich nicht jedem Titel ein gesichertes Konzertdatum zuordnen lässt. Samplerkassetten könnten den Bandnamen auch weiter entfernten Hörern bekannt gemacht haben: Thrashing East Attack Vol. II führte 1992 Intro und Exhumed by Satan’s Order auf, Requiem – Morbid Symphonies of Death enthielt 1993 Deny Jesus Christ, und der Winterthrone Sampler brachte 1994 Tomorrow. Als schließlich ein vollständiges Album entstand, blickte die Band bereits auf eine mehrjährige Vorgeschichte zurück, die auf unterschiedlichen Tonträgern erhalten geblieben war.

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Die Wege der Briefe

Neben den Aufnahmen sind einige Konzerttermine überliefert. Im Kalender von Entrails Massacre steht für den 26. Dezember 1992 beim Programm des HKB in Neubrandenburg neben Fermenting Innards auch der Name Postmortem und TMK. Für den 9. Oktober 1993 nennt ein Eintrag in Seelow Fermenting Innards und Manos. Aus zwei Daten lässt sich keine landesweite Tournee rekonstruieren, und weder Besucherzahlen noch die vollständigen Programme sind bekannt. Die geografischen Umrisse der lokalen Kontakte werden dadurch dennoch deutlicher. Kleinere Städte in Brandenburg und Mecklenburg gehörten zu jenem Underground-Kreislauf, aus dem später auch eine internationale Studioverbindung hervorging.

Konzertorte im Osten

Neubrandenburg bewahrte mit seiner Stadtmauer, vier Toren und Türmen eine mittelalterliche Vergangenheit. Auf die Gründung im 13. Jahrhundert folgten die Kriege des 17. Jahrhunderts, der Eisenbahnbau im 19. und die Zerstörungen des 20. Jahrhunderts. Laut der städtischen Geschichtsdarstellung wurden im April 1945 mehr als vier Fünftel der Innenstadt zerstört. Durch die Verwaltungsreform der DDR von 1952 wurde Neubrandenburg zur Bezirksstadt. Um 1990 ging die Stadt deshalb mit einem bedeutenden Netz von Einrichtungen und Wohnvierteln in die neue Zeit; 1991 entstand dort auch eine Hochschule. Seelow war ein kleineres Verwaltungszentrum im östlichen Brandenburg, in dessen Nähe die Berliner Operationen des Jahres 1945 bis heute Teil der Erinnerung sind. Zur Zeit des Bandkonzerts 1993 änderten sich auch seine Verwaltungsstrukturen: Infolge einer 1992 beschlossenen Reform wurden am Jahresende frühere Kreise, darunter Seelow und Bad Freienwalde, im neuen Landkreis Märkisch-Oderland mit Verwaltungssitz in Seelow zusammengefasst. So brachten die beiden Konzertorte unterschiedliche städtische Vergangenheiten in dieselbe neue deutsche Gegenwart ein.

Im ländlichen Brandenburg wandelten sich auch Eigentumsverhältnisse und Arbeitswelt. Aus dem Erbe der vielen Hundert landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und Staatsgüter, die um 1989 noch bestanden, gingen zahlreiche Nachfolgeunternehmen, Betriebe und Privatwirtschaften hervor. Potsdam wurde 1990 Landeshauptstadt. Neben der langen Geschichte preußischer Schlösser, Gärten und Kultureinrichtungen standen nun der Abzug von Truppen, die Verwaltung von UNESCO-Stätten, Wohnungsbau, alternative Hausbesetzungen und junge Kulturgemeinschaften. Noch einschneidendere Veränderungen zeigen die Zahlen zur wirtschaftlichen Umstrukturierung Ostdeutschlands. Die Treuhand war an der Umwandlung von rund 8.500 Staatsunternehmen mit etwa vier Millionen Beschäftigten beteiligt. Die Zahl der Erwerbstätigen sank von 9,8 Millionen im Herbst 1989 auf ungefähr 6,7 Millionen Ende 1991. Umschulungen und Sozialprogramme begleiteten den Verlust von Arbeitsplätzen; die regionalen Unterschiede blieben jedoch bestehen. 1994 lag die Arbeitslosenquote im Osten bei 14,8 Prozent, im Westen bei 8,1 Prozent, in Berlin bei 12,1 und in Brandenburg bei 14,5 Prozent. Das sind Daten der Gesellschaft um die Musiker herum, keine Berichte über die Erwerbsbiografien ihrer Familien. Andreas Hilbert unterschied in einem späteren Interview selbst zwischen den Bedingungen im ländlichen Brandenburg und den Möglichkeiten der Großstadt Berlin.

Briefe und Bandverbindungen

In einem Gespräch mit dem Masterful Magazine datierte Andreas seinen Einstieg bei Fermenting Innards auf 1993. Der andere Gitarrist der Band, Rico Spiller, pflegte damals bereits Briefkontakte und tauschte Kassetten, was später eine besondere Bedeutung erhalten sollte. Im GOLEM-Interview von Voices From The Darkside verband Andreas ausdrücklich mit Rico die Möglichkeit, Kontakte nach Schweden zu knüpfen und Dan Swanö zu erreichen. Seine Erfahrungen mit den beiden Gruppen griffen auch musikalisch ineinander. Fermenting Innards beschrieb er über direktere Songstrukturen, die sich live spielen ließen und, mit seinem eigenen Wort, tanzbarer waren. Was er dort über das Verdichten von Ideen und straffere Liedformen lernte, floss später in die Arbeit von GOLEM zurück. Erinnerungen aus der Zeit um 2004 bis 2005 bewahren sowohl diese musikalische Erfahrung als auch die Bedeutung der Freundschaften. Daraus werden die Geschichten beider Bands jedoch nicht zu einer einzigen.

GOLEM war bereits 1989 gegründet worden und entwickelte nach Visceral Scab von 1991 ein eigenes Death-Metal-Repertoire. Rico half auf dem Demo Recall the Day of Incarnation am Bass aus und eröffnete mittelbar auch Wege zu Invasion Records und Unisound. Hinter der internationalen Orientierung der deutschen Gruppen stand also persönliche Arbeit, nicht bloß ein gemeinsames Label oder ein ähnlicher Musikgeschmack. Alan Moses und Brian Pattison erinnerten sich beim Rückblick auf die Jahre 1984 bis 1991 an in wenigen Exemplaren kopierte Fanzines, Postadressen, handschriftliche Antworten, Kassetten und überraschende zusätzliche Kopien. Dima Andreyuk machte 2020 auf Spuren aufmerksam, die in Hunderten verstreuter Fanzines fortleben. In einem solchen Umfeld konnte ein aktiver Briefpartner eine echte berufliche Ressource darstellen. Andreas erinnerte sich später an zwei verschiedene Arbeiten in Schweden: Nach den Aufnahmen für Myst im Mai arbeitete GOLEM im August mit demselben Toningenieur im Unisound-Studio in Örebro. Aus einer gemeinsamen Verbindung entstanden zwei verschiedene Platten und zwei unterschiedliche Wege der Bands.

Solche Überschneidungen von Rollen gehörten schon zur früheren Geschichte unabhängiger Musik in Deutschland. Walterbach erinnerte sich mit Blick auf die Punkwurzeln von Noise Records an per Post eintreffende Demos, Fanzines und telefonische Absprachen. Jan-Peter Herbst betonte in seiner Untersuchung der westdeutschen Metalindustrie denselben Zusammenhang: Fan, Musiker, Labelbetreiber und Vertriebsperson waren oft ein und derselbe Mensch. Rock Hard begann 1983 als Fanzine und wurde ab 1987 bundesweit vertrieben. Markus Staiger beschrieb die ersten Jahre des ebenfalls 1987 gegründeten Nuclear Blast als Punk- und Hardcoreunternehmen; Death Metal gewann erst später an Gewicht. Century Media begann 1988 in Dortmund als kleiner Betrieb seinen eigenen Weg. Als Myst erschien, war aus diesen unterschiedlichen Anfängen bereits ein dichterer Markt entstanden, doch Fermenting Innards blieb vor allem mit Invasion Records verbunden.

Drowned: Zwei Veröffentlichungen und unterschiedliche Reaktionen

Der unmittelbarste Vorläufer des ersten vollständigen Albums war Drowned von 1994. Hinter diesem Titel stehen jedoch zwei verschiedene Veröffentlichungen: eine Kassette mit drei Stücken, bei Witchcraft Records unter WR003 geführt, und eine CD-EP mit vier Stücken, bei Invasion unter der Katalognummer I.R. 006. Auf der CD standen In Hate, Innocent or Indecent, Drowned und Eternal Sadness. Der zweite Titel erscheint in einer späteren Kritik als Innocent or Incident. Ohne eine zweifelsfreie Lesart der ursprünglichen Beschriftung darf dieser Unterschied nicht durch einen redaktionellen Eingriff beseitigt werden. Zur Besetzung gehörten bereits Rico, Andreas, Marek und Mario; in den Studiocredits wird außerdem Rainer genannt, bei der Gestaltung Marco Gemmet. Die vier Musiker des Jahres 1995 waren also keine nur für das Album zufällig zusammengestellte Gruppe. Die seit den Demoaufnahmen gewachsene Musik hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Verbindungen zum Label und zu dem Künstler, der später ihre Bildwelt prägen sollte.

Schon die dritte Ausgabe von Witchcraft bemerkte 1994 die Veränderung. Die dortige Besprechung von Drowned sprach von einer Abkehr von früheren schwedisch geprägten Gitarren und einer Öffnung zum Black Metal bei aggressivem Gesang. Dem vollständigen Album blickte sie erwartungsvoll entgegen. Die Vorgeschichte des Stilwechsels ist folglich keine nachträgliche Erfindung. Die frühen Aufnahmen zirkulierten unterdessen auf demselben Postweg, über den auch Rico Kontakte knüpfte. Velkaarn schrieb 2009 in einem Rückblick für Asmodian Coven, er habe Drowned durch eine Kassettenkopie eines deutschen Briefpartners kennengelernt, als die CD schwer zu beschaffen war. Für ihn war es eine Black/Death-Mischung mit deutlicher Neigung zum Death Metal. Die Bedeutung des Kassettentauschs wird dadurch nicht nur in einer Musikererinnerung, sondern auch in der Erinnerung eines Hörers greifbar.

Carl vergab bei MetalBite am 30. Juli 2021 7,5 von 10 Punkten für die EP und bevorzugte ihre Death-Metal-Abschnitte. Er stellte Bezüge zu Carcass und zum schwedischen Death Metal her, während er beim Titelstück und bei Eternal Sadness eine Hinwendung zum Doom hörte. Das instrumentale Ende erinnerte ihn an Paradise Lost, Anathema und My Dying Bride. Der ausgeprägtere Black-Metal-Charakter des späteren Myst traf auf andere Erwartungen. Auch das Genre selbst trug verschiedene Traditionen in sich: Die von Venom, Bathory und Hellhammer geprägte extreme Musik der 1980er-Jahre war nicht identisch mit der Selbstdefinition der norwegischen Szene im folgenden Jahrzehnt. Dort konnten neben äußerem Auftreten und einer strengeren musikalischen Ästhetik auch die Abgrenzung vom Death Metal zu einer Frage der Gemeinschaft werden. Diese Unterschiede gehören zur Rezeption des Albums, belegen aber keineswegs bei jedem Musiker dieselbe Ideologie.

Deshalb erklärt der Begriff eines Modewechsels die Lage von Fermenting Innards für sich allein nicht. Andreas sprach von seinen eigenen Erfahrungen mit live spielbaren Songformen, während Kritiker unterschiedliche Phasen der musikalischen Entwicklung schätzten. Aus der einen Perspektive lassen sich nicht automatisch die Absichten hinter der anderen ableiten. Andreas führte den Kontakt zu Invasion auf Maja Majewski und Lunatic Invasion zurück. In der Welt kleiner Labels konnten Freundschaft und Bekanntschaft zwischen Musikern auch geschäftliche Möglichkeiten eröffnen. Seine späteren Enttäuschungen blieben persönliche Erfahrungen; die genauen finanziellen Bedingungen des Vertrags für Myst sind nicht bekannt. Die Kontinuität der Musiker, das Label und die bereits erkennbare Suche zwischen musikalischen Richtungen verbanden Drowned zuverlässig mit dem folgenden Album. Ricos Kontakte nach Schweden gaben dieser sich entwickelnden Musik eine neue Arbeitsumgebung.

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Der Weg nach Schweden

Örebro, wohin die Musiker von Myst 1995 gelangten, war aus einer anderen historischen Ordnung in dieselbe europäische Gegenwart gekommen wie Berlin. Die Stadt wuchs an einem Knotenpunkt mittelalterlicher Handelswege und der Verkehrsströme, die mit dem Erzbergbau der Region Bergslagen verbunden waren. Im 16. und 17. Jahrhundert traten königliche und behördliche Einrichtungen zum Handel hinzu; im 19. Jahrhundert veränderten Eisenbahn und Industrie die Stadt. Nach dem großen Brand von 1854 wurde die Innenstadt wieder aufgebaut. Später boten Schuh- und Lebensmittelindustrie sowie Eisenbahnwerkstätten vielen Menschen Arbeit. Bis in die 1990er-Jahre hatte sich die Bedeutung dieser traditionellen Branchen jedoch gewandelt. Hinter der schwedischen Studiostadt lagen somit ebenso unterschiedliche ältere Schichten wie hinter den deutschen Orten. Extreme Metal wurde zu einem weiteren Kapitel dieser Geschichte.

Auch das kulturelle Gedächtnis und die musikalischen Gemeinschaften der Stadt hatten sich lange vor dem Studio entwickelt. Das Stadtarchiv wurde 1965 als Einrichtung gegründet, seine lokalhistorischen Sammlungen wuchsen in den 1970er-Jahren, und Ende 1993 zog es nach Grenadjärstaden. Eine andere Form gemeinschaftlicher Arbeit entstand mit dem 1979 gegründeten Rockmagasinet. Der erste Auftritt von Lolita Pop fand am 26. Mai 1979 statt, und um den Ort fanden Alternative Rock, Punk und verschiedene Gitarrenmusiken eine Heimat. Eine erhaltene Lokalzeitungsbesprechung eines Lolita-Pop-Konzerts von 1988 erinnert ganz konkret an diese Konzertwelt. Unisound begann seine Arbeit also nicht in einem kulturellen Niemandsland, sondern in einer Stadt, in der Bands, Vereine und selbst organisierte Auftritte schon zuvor Menschen miteinander verbanden.

In den frühen 1990er-Jahren tauchte Örebro auch in einer anderen internationalen Musikgeschichte auf. Peter Ahlqvists Label Burning Heart Records baute persönliche und geschäftliche Beziehungen rund um Millencolin und No Fun At All auf. In Erinnerungen des Ox Fanzine erscheinen die frühe Fanzinekultur, Büroarbeit und internationaler Postversand als ebenso alltägliche Aufgaben wie bei den kleinen deutschen Metallabels. Millencolins Album Life on a Plate eröffnete dem schwedischen Punk 1995 neue Möglichkeiten im Ausland. Beide Genres existierten gleichzeitig in der Stadt und nutzten zum Teil verwandte organisatorische Mittel. Daraus folgt jedoch nicht, dass alle Beteiligten einander persönlich kannten. Für Myst stellte Unisound den Aufnahmeort bereit; das Plattenlabel blieb in Deutschland zu suchen.

Schweden im Wandel

Dem Jahr der Arbeit in Schweden waren eine Wirtschaftskrise und die Annäherung an Europa vorausgegangen. Am 16. September 1992 hob die Riksbank ihren Leitzins zeitweise auf 500 Prozent an, um den festen Wechselkurs der schwedischen Krone zu verteidigen. Am 19. November gab sie den Wechselkurs dennoch frei. Das im Januar 1993 angekündigte Inflationsziel sollte ab 1995 vollständig wirksam werden. Die Erschütterungen von Bankwesen, Finanzen und Beschäftigung hatten andere institutionelle Ursachen als die deutsche Wiedervereinigung, auch wenn beide Länder in denselben Jahren tiefgreifende Veränderungen erlebten. Schweden beantragte 1991 den Beitritt zur EU und begann 1993 die Verhandlungen. Beim Referendum vom 13. November 1994 stimmten 52,3 Prozent dafür und 46,8 Prozent dagegen. Am 1. Januar 1995 trat das Land gemeinsam mit Finnland und Österreich der Europäischen Union bei. An diesem Tag erhielt auch die Berliner S-Bahn eine neue Gesellschaftsform. Viereinhalb Monate später arbeiteten die deutschen Musiker bereits in Örebro. Den unmittelbaren Weg dorthin erklärte Andreas in seiner Erinnerung allerdings viel eher mit Ricos früheren Kontakten.

Der Frühling brachte Berlin eigene Ereignisse, die mit der Musikarbeit nichts unmittelbar zu tun hatten. Vom 28. März bis zum 7. April fand dort die erste Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen statt. Am 27. April unterzeichneten die Regierungen von Berlin und Brandenburg einen Vertrag über ein geplantes gemeinsames Bundesland; es handelte sich noch um ein Vorhaben, nicht um einen vollzogenen Zusammenschluss. Am 8. Mai gedachte die Stadt des fünfzigsten Jahrestags des Kriegsendes in Europa. Zwei Wochen später begannen in Schweden die Aufnahmen zu Myst. Nebeneinandergestellt machen diese Daten das Jahr anschaulich, ohne die Gedenkfeier oder die politischen Pläne zu belegten Inspirationsquellen der Lieder zu erklären. Neben den neuen Institutionen des Kontinents nach dem Kalten Krieg gehörten auch Kriege und Flucht zur Gegenwart. Europas Umbruch war keine durchgehend friedliche Entwicklung.

Die musikalische Welt der Studios

Für die Band führte die Reise nach Schweden zugleich in eine besondere Studiotradition. Death Metal war keine Erfindung eines einzigen Landes oder eines einzigen Aufnahmeraums. In Florida bildeten Morrisound und Scott Burns bei Aufnahmen von Death, Obituary und weiteren Gruppen ein wichtiges Arbeitszentrum. In seinen Erinnerungen behandelte Burns auch die Entwicklung der Mehrspuraufnahme und die Schwierigkeiten, das schnelle Schlagzeugspiel des Extreme Metal aufzunehmen. In Schweden arbeitete Tomas Skogsberg im Sunlight-Studio mit Nihilist, Entombed und Dismember. Den charakteristischen Gitarrensound verband er mit dem Einsatz des BOSS-HM-2-Pedals und gemeinsamen Versuchen mit den Musikern. Das Stockholmer Sunlight und das Unisound in Örebro blieben jedoch zwei verschiedene Studios. Wenn ein späterer Kritiker in Myst Verwandtschaften zum schwedischen Death Metal hörte, war das ein musikalischer Vergleich, kein Beleg für Aufnahmen im Sunlight oder eine identische Gitarrenausrüstung.

Dan Swanö führte seinen eigenen Weg auf gemeinsames Musizieren in der Familie und Demoaufnahmen zurück. In einer Rückschau von 2018 erwähnte er die frühen Arbeiten mit Ghost, die Thrash-Phase von Brejn Dedd und die Aufnahme einer örtlichen Hardcoreband im November 1989 als Stationen vor Edge of Sanity. Von Vierspurgeräten gelangte er schrittweise zu regelmäßiger Studioarbeit mit mehreren Spuren. Die Mitglieder von Katatonia fanden ihn über einen Fanbrief. Auch auf schwedischer Seite konnten Briefkontakte also zu einer Zusammenarbeit im Studio werden. Zu den früheren Unisound-Projekten zählten Katatonia, Necrony, Edge of Sanity, Merciless, Unanimated und Godgory. Im Mai 1995 nahm Mörk Gryning dort mit Swanö das Album Tusen år har gått auf. Derselbe Fachmann und dasselbe Studiojahr stellen einen tatsächlichen Berührungspunkt zwischen beiden Alben dar, beweisen aber weder ein Treffen der Bands noch übereinstimmende Spiel- oder Mischtechniken.

Neun Tage im Unisound

Als am besten gesicherter Zeitraum für die Arbeit von Fermenting Innards gelten der 21. bis 29. Mai 1995. Die Albumcredits nennen diese neun Tage und das Unisound-Studio in Örebro und trennen damit Aufnahme und Mischung von der späteren Veröffentlichung im September. Andreas erinnerte sich, dass sie bei ihrer ersten Schwedenreise in einem Ferienhaus unterkamen, das zur Familie eines Defleshed-Mitglieds gehörte. An das Zusammenleben hatte er keine harmonischen Erinnerungen; für die spätere GOLEM-Session baten sie um eine andere Unterkunft. Diese kleine Episode zeigt auch den Alltag einer Auslandsaufnahme: Neben der durch Briefe organisierten fachlichen Verbindung brauchte es eine Reise und eine vorübergehende Bleibe. Aus der Erinnerung lässt sich kein tageweise erzählbarer Ablauf gewinnen, doch die Bedeutung der Unterkunftserfahrung wird deutlich.

Als Produzent wurde Fermenting Innards genannt, Dan Swanö war der Toningenieur, und für die Mischung standen beide gemeinsam in den Credits. Nach den Aufnahmen wurde die Arbeit in einer anderen Stadt von einem anderen Spezialisten fortgeführt: Peter In de Betou übernahm das Mastering im Cutting Room in Stockholm. Das seit 1978 bestehende Studio hatte bereits vor diesem Album eine eigene fachliche Geschichte. Auch im kulturellen Umfeld der schwedischen Hauptstadt trafen ältere und jüngere Geschichten aufeinander. Das nahe Slussen gelegene Södra stadshuset wurde nach Plänen von 1662 bis 1680 errichtet. Es beherbergte Handels-, Rechts- und anatomische Lehreinrichtungen und später ein Museum; Brände und Umbauten formten seine Umgebung. Das Moderna Museet entschied sich 1991 für Rafael Moneos neuen Entwurf und zog 1994 in ein Ausweichquartier. Das ist der städtische Hintergrund des Abschlusses der Arbeiten in Stockholm, kein nachgewiesener Besichtigungsweg der Band.

Die Beteiligten der Aufnahme

Die Grundbesetzung des Albums bestand aus Mario Weinhold am Hauptgesang und Marek Kassubeck am Schlagzeug, während Rico Spiller und Andreas Hilbert sowohl Gitarre als auch Bass spielten. Die Aufgaben verteilten sich jedoch nicht einfach auf vier feststehende Rollen. Rico spielte auch akustische Gitarre im Titelstück, im fünften Lied Transfiguration of the Withered Beauty und im sechsten Eternal Sadness. Andreas wirkte am akustischen Teil des fünften Stücks und als Sologitarrist beim siebten, Mourning, mit. Bei den Keyboards des achten Stücks The Rising in Northern Storm tauchen beide Namen auf. Mareks gesangliche Arbeit umfasste neben Hintergrundgesang auch die Sprechstimme bei Those Burning Thorns. Der Klang setzte sich aus vielen unterschiedlichen Aufgaben zusammen, und die Credits bewahren zumindest einen Teil dieser feinen Unterschiede.

Der größte Teil der Kompositionsarbeit lag bei Rico: Er erhielt entsprechende Credits für die Stücke zwei bis sechs sowie acht und neun. Bei der Musik zu Myst wurde zusätzlich Marek genannt, bei Svartfoldet Hat Mario. Der titelbezogene Discogs-Eintrag führt bei Myst ebenfalls Mario auf, auch wenn eine andere Gesamtübersicht das nicht wiederholt. In den Arrangementcredits erscheint Rico durchgehend vom zweiten bis zum neunten Stück. Andreas wird für das dritte und für die Stücke sechs bis acht geführt; Marek für das zweite und dritte sowie für die Stücke fünf bis acht. Hinter den unterschiedlich ausführlichen Angaben wird derselbe wichtige Umstand sichtbar: Unter dem gemeinsamen Bandnamen waren nicht alle Beiträge zum Komponieren und Arrangieren gleich verteilt.

Die Arbeit des deutschen Quartetts wurde durch Gäste aus dem Norden ergänzt. Swanö steuerte bei Myst zusätzlichen Gesang und Keyboards bei, bei Those Burning Thorns eine Sologitarre und bei Svartfoldet Hat erneut Keyboards. Rickard Alriksson sang als Gast auf Eternal Sadness. Øystein G. Brun war mit zwei Texten beteiligt, mit den Worten zum dritten Stück Those Burning Thorns und zum neunten Svartfoldet Hat. Mortiis erhielt eine besondere Stellung: Zwei selbstständige Instrumentalkompositionen von ihm rahmten die Songs der Band ein. Die vielen Namen bedeuten jedoch keine Verlagerung des Zentrums. Fermenting Innards blieb der Kern der Platte, während persönliche Verbindungen in Form konkreter Instrumente, Stimmen und Texte in die Arbeit einflossen.

Die musikalischen Einflüsse von Swanö und Hilbert

Aus demselben Jahr ist auch eine Äußerung zu Swanös musikalischem Denken überliefert. In einem Interview, das Gino Filicetti 1995 für Chronicles of Chaos führte, sprach der Toningenieur über sein Interesse an Genesis, Yes und Pink Floyd; Marillion stand ihm besonders nahe. Sein Blick reichte von Country bis zu komplexer progressiver Musik. Studioarbeit war die Grundlage seines Lebensunterhalts, Nebenprojekte gehörten zu demselben Musikerleben. Auch die körperliche Belastung durch intensiven Gesang und die unterschiedlichen Kosten europäischer und amerikanischer Tourneen kamen zur Sprache. Für Edge of Sanity skizzierte er unterdessen Crimson als ungefähr fünfundvierzigminütiges Werk aus einem einzigen Stück, bei dem eine kurze Kompositionsphase vorgesehen war. Das betraf die Zukunft seiner eigenen Band, nicht das Entstehungsrezept von Myst. Dennoch macht es deutlich, wie breit die musikalischen Interessen des Menschen waren, der mit Fermenting Innards arbeitete.

Auch Andreas interessierte sich später für weit mehr, als man von einem einzelnen Genre aus vermuten würde. 2005 nannte er Stravinsky, Bartók und Ravel als Komponisten, die ihn beschäftigten. In GOLEM-Interviews von 2004 beschrieb er die damals übliche Arbeitsweise, zu Hause zu komponieren und die Musik im Proberaum auszuarbeiten. Davon unterschied er die ältere Praxis mit dem Kassettenrekorder. Diese spätere Methode darf nicht einfach auf 1995 zurückübertragen werden, doch der zeitliche Unterschied zeigt auch, wie sich die Arbeitsweise eines Musikers verändert. Myst bleibt die Arbeit von Menschen, die in einem bestimmten Augenblick zusammenkamen und deren Interessen und Methoden sich danach weiterentwickelten.

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Hinter der blauen Fläche

Das Coverbild von Myst verunsichert den Betrachter noch bevor er zu den Liedern gelangt. Marco Gemmet, der Grafiker von Darken Art, gab dem Album keinen leicht benennbaren Schauplatz und keine Szene, die sich um eine einzelne Figur ordnet. Türkisfarbene und hellblaue Flächen werden von dunkelblauen Vertiefungen, ins Schwarze übergehenden Öffnungen und weißlichen Bögen durchzogen, dazu kommen einige grünlich gelbe Flecken. Neben kleineren Formen links oben füllt rechts eine große gebogene Gestalt den Raum. Es gibt keinen sicheren Horizont, an dem sich die übrigen Einzelheiten ausrichten ließen. Höhlenartige Vertiefungen, organische Überreste und gesichtsähnliche Flecken treten in unterschiedlichen Größenverhältnissen hervor.

Rechts könnte die helle, gekrümmte Form an einen Schnabel oder Knochen erinnern. Diese Assoziation entscheidet jedoch nicht, wen oder was wir sehen. Die Formen fließen ineinander, und die nahen Details heben den gewohnten Abstand zwischen Vorder- und Hintergrund beinahe auf. Die Fläche wirkt zugleich zeichnerisch und malerisch; das konkrete Herstellungsverfahren ist nicht geklärt. Die beiden Schriftzüge bieten festere Orientierungspunkte. Oben rechts verdichtet das schwarze, verzweigte Logo von Fermenting Innards seine Linien, unten links lässt der leichtere, schräge Schriftzug Myst mehr Raum. Beide Namen halten an den Enden einer Diagonalen das Gleichgewicht: Der eine verliert sich fast wie ein Gestrüpp im Bild, der andere tritt mit klareren Linien hervor.

Die schwer abgrenzbaren Formen und kühlen Farben verbinden diese Bildwelt mit dem Album. Neben den später von Rezensenten beschriebenen Übergängen zwischen Death und Black Metal lässt sich eine Grafik lesen, die selbst kein einziges, mühelos identifizierbares Motiv vorgibt. Dies ist eine Interpretation des Bildes, keine dokumentierte Absichtserklärung Gemmets. Ohne eine persönliche Erläuterung dürfen den Einzelheiten keine nachträglich erfundenen Bedeutungen zugeschrieben werden. Gerade weil es sich weder in einen einzigen Gegenstand noch in eine einfach erzählbare Szene auflöst, hält das Cover die Aufmerksamkeit wach. Es öffnet eine Welt, deren Ungewissheit zu einem Album passen kann, das selbst zwischen mehreren Genres steht.

Die Rückseite zeigt in diesem schwer fassbaren Raum Menschen, die mit Namen bezeichnet werden. Andreas und Rico stehen oben, Mario und Marek unten in vier Porträts mit bemalten Gesichtern. Haltung und Bemalung greifen die Bildsprache des damaligen Black Metal auf, ersetzen aber keine religiöse oder politische Selbstbeschreibung der Mitglieder. Die benannten Gesichter geben der abstrakten Vorderseite vielmehr konkrete Personen. Die blaue Grafik setzt sich auf der CD-Oberfläche fort, sodass Hülle, Bild und Tonträger als zusammengehöriges Objekt erscheinen. Schon die ursprüngliche Fassung von 1995 entfernte sich mit ihrer geschlossenen Gestaltung von jener einfachen Death/Grind-Erwartung, die Bandname und frühe Aufnahmetitel wecken konnten. Das ursprüngliche Layout ist Invasion Records, die Fotos sind der Band zugeschrieben. Spätere Formate knüpften an dieses visuelle Erbe an.

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Zwischen zwei Rahmen

Die Spielzeit der ursprünglichen CD von 46 Minuten und 50 Sekunden stellt acht Bandstücke zwischen zwei kurze Kompositionen von Mortiis. Schon diese Reihenfolge zeigt, dass Myst nicht mit einem einzigen, unveränderlichen musikalischen Werkzeugkasten durch das Album gehen will. Das 2:24 Minuten lange Blood and Thunder führt die Atmosphäre eines anderen Künstlers an den Anfang der Platte. Autothrall beschrieb es 2023 als Dark-Ambient-Intro mit militärischem Charakter, nach dem die gitarren- und gesangsbetonten Lieder einen anderen Raum eröffnen.

Mortiis selbst erinnerte sich in einem am 16. Oktober 2017 veröffentlichten Interview mit Decibel an den Ursprung seines Beitrags. Er sprach von Einleitungs- und Schlussmusik, die er für eine deutsche Band geschrieben hatte, und erkannte Myst wieder, als der Interviewer den Namen Fermenting Innards ins Spiel brachte. Später veröffentlichte er die Stücke unter seinem eigenen Namen auf der Single Blood and Thunder von 1996. Der Auftakt gehört damit zwei Geschichten zugleich an: Er eröffnet das deutsche Album und lebt zugleich im eigenständigen Werk eines anderen Künstlers weiter. Diese Doppelrolle wurde bei der späteren Neuauflage erneut bedeutsam.

Das Titelstück und die brennenden Dornen

Nach dem instrumentalen Anfang lässt das 5:15 Minuten lange Titelstück Myst erstmals die vollständige Band hören. Autothrall zählte es zu den stärksten Stücken des Albums und hob die dichte Gitarrensprache zwischen Death und Black Metal hervor. Für ihn war das Überschreiten der Genregrenzen eine schöpferische Möglichkeit und nicht einfach Ausdruck einer unsicheren Richtung. Swanös zusätzlicher Gesang und seine Keyboards sowie Ricos Beitrag an der akustischen Gitarre fügen weitere Schichten hinzu. Das innere Königreich des Textes ist ähnlich vielschichtig: Herrscher, Richter und Wald sind gleichermaßen um das Ich angeordnet. Der Sprecher erbaut aus seinem eigenen Geist eine Welt und setzt sich dennoch mit seiner eigenen Lüge gleich. So verbinden Mario Weinhold und Rico Spiller in ihren Versen die Macht der Selbsterschaffung mit Selbsttäuschung und Einsamkeit. Das Reich der Vorstellung ist nicht bloß ein siegreicher Zufluchtsort, sondern ein Raum voller Widersprüche.

Das folgende, 7:03 Minuten lange Those Burning Thorns ist das längste Stück des Albums. Hier näherten sich die späteren Kritiker besonders an. Shwartzheim lobte 2011 die gelungene Verbindung der Genres; autothrall versuchte 2023, die ungewöhnliche Gitarrensprache mit einem Vergleich zu Demilich zu veranschaulichen. Diese Parallele ist sein Höreindruck, keine belegte Aussage der deutschen Band über einen musikalischen Einfluss. Zu Ricos Musik kommen die Worte von Øystein G. Brun. Swanö spielt Sologitarre, Marek tritt auch mit einer Sprechstimme hervor. In Bildern voller Blut, Wald, Wunden, Eule und Adler gehören der verletzte Körper und die Bewegung am Himmel zur selben visionären Welt. Brennende Dornenkrone, Kälte und Feuer stehen in Spannung zueinander, statt eine ruhige Landschaft zu entwerfen. Die lange Form nach dem Titelstück lässt dieser dichten Bildwelt Zeit, sich zu entfalten.

Hass, Verwandlung und Trauer

Nach den beiden längeren Liedern wählt das 3:22 Minuten lange Hateful eine kürzere, gedrängtere Form. Rico schrieb die Musik, Mario den Text. Hinter dem englischen Titel spricht jedoch eine norwegische Stimme. Ein Dämon, der im Inneren eines anderen Menschen wohnt, schildert den Körper als Gefängnis und die Haut als Käfig. Die innere Stimme fordert einen eigenen Thron und kündigt ihren späteren Ausbruch als Zerstörung an. An die Stelle des zuvor selbst aufgebauten Reiches tritt ein eingesperrter Körper, der auf seine gewaltsame Sprengung wartet. Der antichristliche Angriff des Textes verwendet auch eine ethnisch-religiöse Bezeichnung; er darf nicht bloß als allgemeine Dunkelheit wiedergegeben werden. Sprache und Bilder dieser Sprecherfigur lassen sich identifizieren, aus einem einzigen Lied ergibt sich aber keine vollständige politische Weltanschauung der Musiker. Neben der Kürze verleiht auch dieser Wechsel der Sprache und Rolle Hateful einen besonderen Platz in der Folge.

Das 4:41 Minuten lange Transfiguration of the Withered Beauty führt zu einer anderen Art von Verletzung. Neben Those Burning Thorns nannte shwartzheim es ein besonders gelungenes Beispiel für die Verbindung von Black und Death Metal. Die Musik stammt von Rico, der Text von Mario; bei den akustischen Gitarren werden sowohl Rico als auch Andreas genannt, Marek ist an der Ausarbeitung des Arrangements beteiligt. Hinter der von dem Rezensenten gerühmten Vielfalt stehen somit mehrere ausdrücklich verzeichnete Aufgaben der Bandmitglieder. Das Gedicht spricht jemanden unmittelbar an: Erniedrigung, körperliche und seelische Verletzung sowie verweigerte Vergebung prägen seine Stimme. Schnee, Eis und nordische Kälte werden zu Bildern des Verhärtens. Der erneut auftauchende Garten von Isegrimm bleibt ein eigentümlicher imaginärer Ort; weder eine einzige sichere literarische Quelle noch ein konkretes biografisches Ereignis lässt sich daraus erschließen. Die Verwandlung des Titels erhält ihren Sinn in dieser verletzten, von Hass geprägten Beziehung.

Mit dem 6:07 Minuten langen Eternal Sadness wendet sich das Album wieder in eine andere Richtung. Der Gastgesang von Rickard Alriksson und Ricos akustische Gitarre gehören zu einem Stück, das sowohl der Rezensent von 2011 als auch jener von 2023 als gothisch geprägte, an Paradise Lost erinnernde Musik beschrieben. Shwartzheim zählte es zu den schwächeren Momenten der Platte. Autothrall hielt den Ausflug dagegen für hörenswert, auch wenn er die Einheit des Albums störte, und hob den tieferen klaren Gesang hervor. Der Titel war bereits auf der Drowned-EP erschienen; Carl hatte dort einen instrumentalen, dem Doom nahestehenden Abschluss beschrieben. Der gemeinsame Name ist eine Spur der Kontinuität zwischen zwei Phasen, aber kein Beweis dafür, dass unverändert dieselbe Aufnahme verwendet wurde. Auf Myst wenden sich die Worte von Mario und Rico der Leere nach dem Verlust eines Menschen, kalten Räumen und einem Leben zu, das trotz des Todes weitergeht. Statt der früheren Herrschafts- und Angriffssprache bleibt diesmal die Folge des Fehlens zurück.

Eine neue Stimme in einer Coverversion

Das an siebter Stelle stehende Mourning gibt in 3:47 Minuten wieder anderen Rollen Raum. Der Musikcredit nennt die Band Nirvana 2002, für den Text ist Orvar Säfström verzeichnet. Rico übernimmt den Gesang, Andreas die Sologitarre. Die Zahl 2002 im Bandnamen ist keine Jahreszahl und bezeichnet auch nicht die Grunge-Welt der amerikanischen Nirvana. Das Stück erschien auf dem Album von 1995 als Coverversion einer Komposition von Nirvana 2002. Beide späteren Kritiker bei Metal Archives empfanden es als einen Titel, der sich nur schwer in die Abfolge einfügt. Shwartzheim hielt das Lied nicht für schlecht, sondern eher für eine Entscheidung, die den musikalischen Fluss unterbricht; autothrall bezeichnete es als eine Interpretation nahe am Original. Ihre Einwände bezogen sich also auf seinen Platz im Ganzen, nicht einfach auf den Wert des Liedes.

Nordischer Sturm und instrumentaler Abschluss

Nach der Coverversion eröffnet The Rising in Northern Storm die Reihe der beiden letzten längeren Gesangsstücke. Das 5:21 Minuten lange Lied hörte autothrall als einen starken Black-Metal-Schwerpunkt. In Ricos Musik treffen Marios Text und die Keyboardarbeit beider Gitarristen, Rico und Andreas, zusammen. Im Gedicht bewegen sich Feuer und Eis, Stein und Strömung, Nebel und Donner gegeneinander, während der Sprecher in Richtung Valhall aufsteigt. Der Schutz und die Halle des einäugigen Vaters werden ausdrücklich genannt. Die nordische Mythologie ist hier also nicht nur eine Assoziation, die aus einem Songtitel entsteht. Die Gestalt, die die Elemente durchquert, wird stärker und nähert sich väterlichem Schutz. Diese beschworene Welt lässt sich detailliert beschreiben, ohne das Gedicht zu einem unmittelbaren Bekenntnis zum persönlichen Glauben der Musiker zu machen.

Das 6:28 Minuten lange Svartfoldet Hat führt diesen nordischen Charakter weiter, jedoch mit einer anderen Zusammenstellung der Autoren. Zu den Musikcredits für Rico Spiller und Mario Weinhold kommen erneut Bruns Text und Swanös Keyboards. Auch autothrall zählte das Stück zu den Black-Metal-Schwerpunkten. Als letzter großer Auftritt der Band verbindet es sich durch den externen Texter mit Those Burning Thorns und durch den Gast am Keyboard mit dem Titelstück. Der norwegische Titel allein liefert noch keine vollständige Textgeschichte; zuverlässig verfolgen lassen sich vor allem die Autorenangaben und die Reihenfolge. Nach dem sechseinhalbminütigen Stück folgt kein weiteres Lied von Fermenting Innards. Stattdessen kehrt der andere Künstler zurück, der das Album eröffnet hatte.

Das abschließende Battles on Ice dauert 2:22 Minuten und ist damit fast genauso lang wie das 2:24 Minuten lange Blood and Thunder. Die beiden kurzen Instrumentalwerke von Mortiis geben den acht dazwischenliegenden Songs nicht nur eine Stimmung, sondern auch eine klar erkennbare strukturelle Grenze. Das Schlussstück setzt nicht Svartfoldet Hat fort, sondern führt in die Welt eines anderen Komponisten zurück. In einem Interview mit Bardo Methodology von 2024 nannte Mortiis Tangerine Dream, Klaus Schulze, das Aufnehmen von Demos zu Hause und die Vorrangstellung der Atmosphäre als Elemente seiner frühen Interessen. Über diese eigenständige Tradition elektronischer Klangräume ist das Album ebenfalls verbunden.

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Stimmen aus einer inneren Landschaft

Auch nach zehn Stücken fügt sich Myst nicht zu einer einzigen durchgehenden Erzählung. Mehrere Sprachen und verschiedene Sprecher teilen sich den Raum. Herrschaftswille, Gefangenschaft, Verletzung, Trauer und Aufstieg sind keine aufeinanderfolgenden Stationen derselben Gestalt. Dennoch werden wiederkehrende Beziehungen erkennbar. Das selbst erschaffene Königreich des Titelstücks und der in einem Körper eingesperrte Dämon von Hateful verwischen beide die Grenze zwischen innerer und äußerer Welt. Der eine Sprecher setzt eigene Gesetze und Urteile, der andere bereitet den Durchbruch durch fremde Grenzen vor. Worte der Macht – Herrschaft, Thron und Gericht – ordnen sich um das eigene Ich. Die verschwimmenden, ineinander übergehenden Figuren des Covers lassen sich danebenstellen. Diese gemeinsame Lesart beweist jedoch nicht, dass der Grafiker und die Texter einem detaillierten gemeinsamen Programm folgten.

Auch die Natur ist in diesen Liedern nicht bloß Kulisse. Der Wald des Titelstücks bildet ein inneres Reich; die Pflanzen und Tiere von Those Burning Thorns geraten mit Wunden, Körperresten und Vorgängen am Himmel in denselben Raum. Die Kälte von Transfiguration of the Withered Beauty steht für das Verhärten verletzter Gefühle, während The Rising in Northern Storm gegensätzliche Elemente zum Weg einer Erstarkung ordnet. Feuer, Eis, Nebel und Sturm können je nach Sprecher ganz unterschiedliche Bewegungen ausdrücken. Eternal Sadness zeigt eine stillere Richtung dieses Bildsystems: In kalten Zimmern und an der Stelle eines verlorenen Menschen bleibt kein heldenhafter Aufstieg zurück, sondern anhaltende Leere. Die von Kritikern beschriebenen Verwandtschaften zum Gothic und Doom lassen sich neben diese Texte stellen. Dafür muss man jedoch keinen unbelegten Verlust in den Familien der Musiker erfinden.

Die Dunkelheit dieser Texte darf zugleich nicht zu einer Bezeichnung werden, die alle Unterschiede verdeckt. Die antichristliche Sprache des Titelstücks und von Hateful enthält ethnisch-religiöse Benennungen, die auch antijüdische Assoziationen hervorrufen können. Eine historische Interpretation muss dieses konkrete Merkmal benennen, statt es nur als düstere Dekoration zu behandeln. Daraus lässt sich jedoch kein einheitliches politisches Programm der gesamten Band ableiten: Eine entsprechende Erklärung der beteiligten Musiker ist nicht bekannt. Die Rolle des Sprechers im Lied, seine angreifende Sprache und die persönliche Selbstbeschreibung der Musiker bleiben unterschiedliche Ebenen. Eine genaue Lektüre lässt die Unsicherheit weder in die eine noch in die andere Richtung verschwinden.

Zu den unterschiedlichen Stimmen trägt auch die Verteilung der Urheberschaft bei. Mario schrieb die Worte zu mehreren Liedern, Rico war an den Texten des Titelstücks und von Eternal Sadness beteiligt; Those Burning Thorns und Svartfoldet Hat gehen auf Brun zurück. Mourning ist eine Coverversion aus der Feder anderer Autoren. Obwohl Englisch den größten Raum einnimmt, setzt das norwegischsprachige Hateful einen deutlichen sprachlichen Akzent. Zusammengehalten wird Myst daher weniger durch eine einzelne Figur, die vom Anfang bis zum Ende spricht, als durch wiederkehrende Bilder, verwandte Stimmungsräume und die Reihenfolge der Stücke. Diese Vielfalt wurde später auch für die Kritiker zur entscheidenden Frage: Bereicherte sie das Album, oder zerriss sie seine Einheit?

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Die verschiedenen Zeiten einer Platte

Die CD von Invasion Records mit der Katalognummer I.R. 016 erschien im September 1995; der genaue ursprüngliche Veröffentlichungstag ist nicht belegt. Spätere Einträge bei Apple Music und Amazon Music nennen den 4. September. Dieses digitale Katalogdatum beweist jedoch nicht, dass die physische Platte an jenem Tag in die Läden kam. Die Studioarbeit im Mai in Örebro lag in einer anderen Zeit. Das aus dem deutschen Underground kommende Album bewegte sich zwischen Death und Black Metal, und gerade diese Übergänge beurteilten spätere Kritiker äußerst unterschiedlich. Die Geschichte des Septembers, in dem die Platte erschien, lässt sich nachzeichnen, aber nicht als Geschichte eines zweifelsfrei rekonstruierten einzelnen Veröffentlichungstags erzählen.

Das Umfeld der Veröffentlichung im September

Das Berlin, aus dem Fermenting Innards hervorgegangen war, ordnete Anfang September sein Leben weiter neu. Am 3. September schloss die IFA, die internationale Elektronikmesse der Stadt; am folgenden Tag wurde nach Sommerarbeiten der S-Bahn-Verkehr zwischen Adlershof und Schönefeld wieder aufgenommen. Die seit der Wiedervereinigung vergangenen Jahre hatten Berlin noch nicht in einen fertigen, unveränderlichen Ort verwandelt. Die Wiederherstellung einst unterbrochener Verbindungen und die Suche nach einer neuen kulturellen Öffentlichkeit liefen zur selben Zeit, als aus den bereits in Schweden aufgenommenen Liedern der Band eine Platte wurde. Eine direkte Verbindung zwischen diesen Geschichten ist nicht bekannt. Nebeneinander betrachtet zeigen sie dennoch, zu welchem Berlin Myst 1995 gehörte.

Auch die Welt des Death und Black Metal stand um diese Veröffentlichung herum nicht still. Mehrere spätere Verzeichnisse datieren Athenian Echoes, das bei Holy Records veröffentlichte Album der griechischen Band Nightfall, auf den 1. September. Mit melodischerem Death Metal und dunkleren, langsameren Stimmungen verkörperte es einen anderen Berührungspunkt. Die polnische Band Vader führte auf De Profundis eine wesentlich direktere Death-Metal-Linie fort. Einige Diskografien nennen den 5. September, andere Daten den 5. Juli als Erscheinungstag. Es ist somit nicht belegt, dass eines der beiden Alben genau am selben Tag wie Myst in den Handel gelangte. Ihre zeitliche Nähe bleibt dennoch bedeutsam: Platten aus verschiedenen Ländern boten im selben Jahr ganz unterschiedliche Antworten auf die Frage, wohin sich extremer Metal entwickeln konnte. Dass die Mitglieder von Fermenting Innards diese Veröffentlichungen kannten oder die Bands sich gegenseitig beeinflussten, ist nicht belegt.

Der größere Plattenmarkt folgte währenddessen anderen Größenordnungen. In den offiziellen deutschen Albumcharts vom 4. bis 10. September stand Pur mit Abenteuerland an erster Stelle, Paradise Lost belegte mit Draconian Times Platz fünfzig. Paradise Lost tauchte in späteren Myst-Kritiken auch als musikalischer Vergleich auf. Die Chartplatzierung verrät jedoch nichts über die Verkäufe der kleinen Veröffentlichung von Invasion Records. In den Weltnachrichten rückten damals neue NATO-Luftangriffe im Bosnienkrieg und die in Peking eröffnete Weltfrauenkonferenz in den Mittelpunkt. All das gehörte zu den Geschichten dieses Septembers auf unterschiedlichen Ebenen: Neben der großen politischen und musikalischen Öffentlichkeit begann auch eine kaum dokumentierte Black/Death-Metal-Platte ihren Weg, der sich später aus Erinnerungen der Hörer teilweise rekonstruieren ließ.

Nach dem September trug das Jahr die Geschichte beider Städte weiter. Millencolins Life on a Plate erschien in Europa am 11. Oktober; Örebro erlebte im selben Jahr auch den anders gearteten internationalen Durchbruch einer Punkband. In Berlin bestätigte eine Volksabstimmung am 22. Oktober die neue Landesverfassung. Keines dieser Ereignisse gehört zu den Ursachen der zuvor entstandenen Musik von Myst. Sie sind jedoch Teil des Jahres 1995, in dem das deutsche Album erschien. Der Weg der Musik führte parallel dazu bereits zu den Hörern und in die unterschiedlichen Kreise der Presse.

Die zeitgenössische ablehnende Kritik

Unter den überlieferten frühen Besprechungen fällt die von Raf besonders hart aus. Auf Seite 49 der vierten Ausgabe von Headfucker vom Januar 1997 griff die kurze Myst-Kritik nicht nur eine Spieltechnik oder ein misslungenes Stück an, sondern lehnte die gesamte Entscheidung für eine Death/Black-Richtung ab. Sie stellte die Platte als Beispiel dafür dar, wie eine Modewelle die musikalische Richtung verändern konnte. Raf vergab vier Punkte. Da die Bewertungsskala nicht geklärt ist, dürfen diese vier Punkte nicht automatisch als vier von zehn behandelt werden. Wie scharf die Ablehnung war, zeigt der Text selbst. Das steht in deutlichem Gegensatz zur erwartungsvollen Besprechung von Drowned in Witchcraft 1994, doch die beiden Kritiker beurteilten nicht dieselbe Aufnahme. Die günstige Meinung über die EP und die Verurteilung des Albums bleiben Urteile aus verschiedenen Zeiten über verschiedene Gegenstände.

Spätere Deutungen durch Hörer

Als shwartzheim dem Album am 20. Juni 2011 bei Metal Archives 80 Prozent gab, setzte er andere Schwerpunkte. Die Überraschung über den Abstand zwischen einem an Grindcore erinnernden Namen und der Black/Death-Musik führte ihn zu Verwandtschaften mit schwedischem Death Metal, norwegischem Black Metal der damaligen Zeit und der frühen bis mittleren Phase von Katatonia. Für ihn verbanden vor allem Those Burning Thorns und Transfiguration of the Withered Beauty die Genres besonders erfolgreich. Das Lob galt allerdings nicht allen Stücken. Den an Paradise Lost erinnernden Ansatz von Eternal Sadness hielt er für schwach; Mourning erschien ihm als eigenständig hörenswerte, aber schwerer in den Fluss passende Coverversion. Über die Studioarbeit schrieb er positiv, beanstandete jedoch einzelne Entscheidungen beim Schlagzeug. Seine Bewertung war kein vorbehaltloser Freispruch durch einen Fan. Sie zeigte zugleich, an welchen Stellen für ihn das Gleichgewicht einer ansonsten wertvollen Mischung ins Wanken geriet.

Ein anderes Zeugnis desselben Jahres ist Hatpastorns spöttischer Text über die Covergestaltung. Die blaue Grafik wurde darin nicht zu einem geheimnisvollen Raum, sondern zum Ziel ironischer Bilder. Das äußere Erscheinungsbild des Albums blieb damit ein eigener Gegenstand der Auseinandersetzung; nicht jedes spätere Interesse führte zu einer respektvollen Neubewertung. Die verschiedenen Meinungen ergeben keine einzige, nachträglich immer besser werdende Gesamtnote. Myst lebte in persönlichen Begegnungen und in sehr unterschiedlichen Geschmackswelten weiter.

Wiederentdeckung und anhaltende Rezeption

Neill Jameson erzählte in einem am 27. Juli 2016 bei No Clean Singing veröffentlichten Beitrag, wie aus einer negativen Meinung eine Entdeckung wurde. Die ablehnende Kritik in einem alten Fanzine machte ihn neugierig. An den Namen des Hefts erinnerte er sich unsicher, vielleicht habe es Nordic Vision geheißen. Daraus lassen sich weder die damalige Nummer noch der genaue Wortlaut des alten Artikels sicher bestimmen. Geblieben ist Jamesons eigene positive Begegnung: Er empfahl das Album als unterschätzte, atmosphärische Black-Metal-Erinnerung. Die Abgrenzung einer Szene gegenüber einer Band mit Death-Metal-Vergangenheit erreichte später somit das Gegenteil dessen, was eine ablehnende Kritik vielleicht beabsichtigt hatte. Sie brachte einen anderen Musiker gerade dazu, die Platte anzuhören.

Ein von Hatpastorn und Heidenhammer am 27. November 2019 veröffentlichtes Gespräch mit Plattentipps bewahrte eine weitere, gemischtere Erinnerung. Besonders die Anfangs- und Schlussstücke von Mortiis waren ihnen geblieben, während sie über die Black-Metal-Titel der Band eher ironisch sprachen. Ihre scherzhaften Spekulationen über den Vertrieb bei Invasion gehörten zu einem Gespräch unter Hörern und waren kein unabhängiger Beweis für einen alten Vertrag. Die kurzen Rahmenstücke des Gastes überdeckten hier beinahe die Erinnerung an die Songs dazwischen. Dieser Schwerpunkt ist ein anderer als bei den bevorzugten Gitarrenstücken von shwartzheim. Er zeigt, wie verschieden sich das Nachleben derselben Platte um einzelne Teile herum ordnen konnte.

Autothrall kehrte in seiner Metal-Archives-Besprechung vom 26. Januar 2023 mit 90 Prozent zu einem lang bewahrten Lieblingsalbum zurück. Seine Erinnerung an Läden mit Importplatten rief eine Zeit wach, in der schwerer erhältliche Metalalben noch entdeckt werden mussten. Die Gitarrensprache des Titelstücks und von Those Burning Thorns sowie die Bewegung zwischen den beiden Genres hatten für ihn ihre Kraft behalten. The Rising in Northern Storm und Svartfoldet Hat zählte er zu den weiteren Black-Metal-Schwerpunkten. Neben grollendem und rauem Gesang empfand er auch die Vielschichtigkeit der Stimmen als Teil des Reichtums. Die Sonderstellung von Eternal Sadness und Mourning bemerkte er ebenfalls, nahm sie aber als reizvolle Abweichungen wahr, die den Wert des Ganzen nicht aufhoben. Er fragte, ob die Bewegung zwischen zwei Genres dem damaligen Erfolg geschadet haben könnte, ließ dies aber als Frage stehen und behauptete keine geschäftliche Tatsache. Für ihn wirkte Myst weiterhin frisch und einer Neuauflage würdig. Die 80 Prozent von 2011 und die 90 Prozent von 2023 sind die Urteile zweier Hörer, nicht Werte auf einer gemeinsamen, sich wandelnden Skala. Der Unterschied zeigt sich auch im Detail und darin, wie die jeweiligen Ausflüge aus dem Hauptstil angenommen wurden.

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Dreißig Jahre später ein anderer Rahmen

Mit der Zeit entwickelte die Aufnahme von Myst ein Eigenleben, das sich teilweise von den späteren Wegen der Musiker löste. Das GOLEM-Album Eternity – The Weeping Horizons von 1996 wurde zu einem anderen Ergebnis jener deutsch-schwedischen Verbindung, bei der Andreas Ricos Rolle als Vermittler hervorgehoben hatte. Die Wege beider Bands verliefen dennoch getrennt. Über spätere Konzerte von Fermenting Innards in den 1990er-Jahren und das genaue Datum sowie die Gründe für das Ende der Gruppe liegt keine unmittelbare Quelle vor, die alle Fragen abschließend klären würde. Die weitere musikalische Arbeit von Rico und Andreas lässt sich eher anhand der GOLEM-Interviews verfolgen. Die ursprüngliche CD wurde unterdessen zu einem seltenen Gegenstand, für manche Hörer zu einer über Jahre bewahrten Entdeckung. Die Aufnahme hatte längst eine eigene Geschichte jenseits der späteren Aktivitäten der Bandmitglieder.

Mortiis’ Erinnerungen und die spätere Verbreitung

Mortiis fügte in seinen Erinnerungen für Decibel von 2017 eine schwierigere Geschichte zu diesem Nachleben hinzu. Als er an die beiden für Myst geschriebenen Kompositionen dachte, sprach er von einem Streit und erinnerte sich an Probleme bei der Bezahlung, durch die er sich verletzt fühlte. Unsicher erinnerte Einzelheiten dürfen nicht zu einem endgültigen juristischen Sachverhalt gemacht werden. Weder ein Vertrag noch ein Urteil ist bekannt, das die Position aller Beteiligten zweifelsfrei bestimmen würde. In demselben Gespräch kritisierte er außerdem ironisch eine Doppelmoral gegenüber Bands, die vom Death zum Black Metal wechselten. So gehörte die Zusammenarbeit zugleich zu seiner persönlichen Erinnerung und zur Geschichte der Genregrenzen in der Rezeption.

Auch die spätere Verbreitung des Albums als Tonträger verlief nicht einheitlich. Eine russische CD von 2022, die den Namen Invasion trägt, ist in den Veröffentlichungsdaten ausdrücklich als inoffiziell eingestuft. Ihre Abbildungen können alte Credits und Beschriftungen erhalten, machen diese Ausgabe aber nicht zu einer legitimen Neuauflage. Bekanntheit der Aufnahme, Interesse von Sammlern und erneute offizielle Verfügbarkeit blieben verschiedene Fragen. Für den nächsten großen Schritt brauchte es wieder persönliche Kontakte zu den ursprünglichen Beteiligten.

Die Vorbereitung der Jubiläumsausgabe

Martin, ein Vertreter von Rotting Misery Records, erzählte in einer persönlichen Erinnerung, die er im Oktober 2026 an Open Metal Album Library schickte, wie das Jubiläumsprojekt entstand. Nach längerer Suche fand er zunächst Andreas Hilbert und erreichte über ihn schließlich Rico. Am Anfang wollte er eine Vinylfassung von Myst herstellen, das ursprünglich auf CD erschienen war. Rico hatte jedoch zusätzliche Fotografien und seltene Aufnahmen bewahrt. So begann sich Material abzuzeichnen, das über einen bloßen Formatwechsel hinausging. Dan Swanö erklärte sich bereit, auch an den Archivaufnahmen zu arbeiten. Hinter der neuen Veröffentlichung standen damit erneut Menschen, die zueinanderfanden, und Dokumente, die bei ihnen die Jahre überdauert hatten.

Schon 2024 gab es eine öffentliche Spur dieser Vorbereitungen. In einem Swanö-Interview bei Truemetal vom 24. Juni fiel der Name Fermenting Innards im Zusammenhang mit Kassetten, auf denen Rohmischungen aus der Zeit um 1995, Proberaummaterial und Liveaufnahmen erhalten waren. Swanö arbeitete an deren Übertragung. Das Gespräch ist kein Protokoll der alten Unisound-Session. Es zeigt vielmehr ihre Fortsetzung Jahrzehnte später: Die Aufnahmen waren aufgetaucht, und erst weitere Arbeit machte sie für eine Neuveröffentlichung nutzbar. Die Jubiläumsausgabe wurde somit nicht bloß zur unveränderten materiellen Kopie einer alten CD.

Neuer musikalischer Rahmen und Archivmaterial

Der größte strukturelle Unterschied betraf ausgerechnet die beiden Stücke von Mortiis. Nach Martins Darstellung konnten sie wegen des alten Streits nicht noch einmal verwendet werden. Deshalb nahm Rico im Juni 2024 neue Kompositionen für Anfang und Ende auf. Whispers from an ancient realm und Companion into the endless void bilden den neuen Rahmen der Ausgabe. Sie stammen von einem anderen Komponisten und aus einer anderen Zeit als Blood and Thunder und Battles on Ice von 1995, auch wenn sie ähnliche Plätze in der Folge einnehmen. Das Jubiläumsmaterial wurde dadurch nicht einfach umfangreicher. Anfang und Schluss änderten sich, und die alte wie die neue Reihenfolge erhielten einen eigenen Sinn.

Die neue Creditseite trennt die ursprünglichen Aufnahmen vom Mai 1995 von Swanös Remastering im Mai und Oktober 2024. Proberaumaufnahmen ordnet sie dem Blue Art Studio in Buckow sowie März und Mai 1995 zu, Ricos neuen Rahmenstücken dagegen dem Juni 2024. Beim Remastering werden Österby und Unisound genannt; die geografische Deutung der gedruckten Länderangabe bleibt unsicher. Die Titelliste der vier LP-Seiten bewahrt eine weitere kleine Abweichung: Sie verwendet IV/1995 und V/1995, während die Credits März und Mai nennen. Diese beiden Angaben dürfen nicht durch eine eigenmächtige Korrektur gleichgesetzt werden. In der Gruppe früher Proben finden sich auch Vorversionen von Liedern. Die unterschiedlichen Daten bezeichnen kein neues Album, das in der Reihenfolge der ursprünglichen CD aufgenommen worden wäre. Auch die Fassung von Mourning aus dem Jahr 2024 bleibt eine gesonderte Neueinspielung.

Auch die alte und die neue Grafikarbeit werden getrennt genannt. Marco Gemmets ursprüngliches Bild blieb die Grundlage, beim Jubiläumslayout erscheinen Rico und Rotting Misery. Archivfotos und Montagen mit Instrumenten, Bühnen- oder Proberaumsituationen zeigen vielfältigere Seiten der Band als die vier Porträts auf der ursprünglichen Rückseite. Die vollständige Liste der Personen, Ort und Aufnahmetag der einzelnen Szenen sind jedoch nicht immer geklärt. Ein einzelnes Porträt mit Gesichtsbemalung lässt sich allein anhand des Gesichts ebenfalls keiner Person zweifelsfrei zuordnen. Die Fotografien werden so Teil der Erinnerung, ohne dass aus jedem Bild eine neue, in allen Einzelheiten erzählbare Begebenheit werden müsste.

Ausgaben und das Vermächtnis des Albums

Die Jubiläumsausgabe erschien in mehreren Formaten, und die Angaben unterscheiden sich je nach Ausgabe. Die Produktbeschreibung der Doppel-CD bei Northern Silence nennt 300 Exemplare und ein 24-seitiges Booklet. Die Begleitkarte der Vinylfassung verzeichnet hingegen eine Auflage von 500 Stück; das fotografierte Exemplar trägt die handschriftliche Nummer 148/500. Die beiden Stückzahlen beziehen sich auf unterschiedliche Formate und widersprechen einander deshalb nicht. Bei der Doppel-CD steht der 6. Dezember 2025 als Datum. Dieses Datum lässt sich nicht ohne Weiteres auf sämtliche Jubiläumsformate übertragen. Die deutschen Vinyldaten von Rotting Misery nennen die Katalognummer RM019 und eine LP, während eine andere Angabe von zwei zwölf Zoll großen Platten spricht. Unter derselben Katalognummer wird auch eine eigene limitierte Testpressung mit weißem Label geführt. Für die Doppel-CD sind weder eine Katalognummer noch ein Land angegeben. Die alte CD I.R. 016 und diese späteren Ausgaben sind verschiedene materielle Stationen derselben Aufnahmegeschichte.

Martin bezeichnete die Vorbereitung als langwierig und sah im fertigen Ergebnis einen Erfolg. Seiner Einschätzung nach konnten auch die Beteiligten damit zufrieden sein. Das ist seine persönliche Bilanz, kein Urteil im Namen aller Mitwirkenden. Durch die Jubiläumsausgabe wurden Proben, Bilder und Aufnahmen aus unterschiedlichen Zeiten im Umfeld der alten Platte in einem neuen Zusammenhang zugänglich. Der ersetzte Rahmen machte zugleich die Grenze der vergangenen Jahrzehnte sichtbar: Nicht jede Verbindung und nicht jede frühere Lösung ließ sich dreißig Jahre später auf dieselbe Weise fortführen.

Die Beständigkeit der Platte erklärt sich letztlich nicht durch eine einzige große Wendung. Berliner Anfänge, Konzertorte in Brandenburg und Mecklenburg, Brief- und Kassettentausch, die Organisation eines kleinen Labels und die Studioarbeit in Schweden trafen in ihr aufeinander. Eine Vergangenheit im Death Metal, Songs mit Öffnung zum Black Metal, ein Gothic-Ausflug und Mortiis' eigene Klangwelt standen für Unterschiedliches und fanden doch in der Zeit eines Albums ihren Platz. Manche Hörer erkannten darin Inkonsequenz, andere entdeckten eine besondere Gitarrensprache und die Stärke der Übergänge zwischen den Genres. Das Jubiläum von 2025 löschte Rafs Ablehnung nicht aus und beseitigte auch nicht die unterschiedlichen Erinnerungen aller Beteiligten. Es fügte der alten Musik neue Begegnungen, Aufnahmen und Dokumente hinzu. So bewahrte Myst seine eigene Gestalt: als Album mit lokalen Wurzeln, das über Grenzen hinweg entstand und weit über seine erste Veröffentlichung hinaus lebendig blieb.

▤Quellen und Verweise110 bibliografische Einträge aus dem PDF; die vollständige ursprüngliche Forschungsdatenbank liegt nicht vor.
Zeitgenössische Fanzines und Magazine 8
  1. FI95-004Myst – zeitgenössische Albumrezension, Seite 49

    Veröffentlichung: Headfucker · Nr. 4 · Jan. 1997

  2. FI95-007Andreas Hilbert – Interview über Golem

    Veröffentlichung: Masterful Magazine · Jahr im geprüften Eintrag nicht angegeben

    Quellenidentität unsicher, wie im PDF vermerkt.

  3. FI95-008Mortiis – From Black Metal to Dungeon Synth and Beyond

    Veröffentlichung: Decibel Magazine · 2017-10-16

    Quellenseite ↗
  4. FI95-017Fermenting Innards – Drowned MCD, zeitgenössische Rezension

    Veröffentlichung: Witchcraft · Juni 1994 · Rezension zu Drowned, nicht zu Myst

  5. FI95-111Markus Staiger und Nuclear Blast – von Punk/Hardcore zu Extreme Metal

    Veröffentlichung: Ox Fanzine Nr. 155 · Interview mit einem Zeitzeugen · erschienen um 2021; Ereignisse 1987–1995

  6. FI95-112Geschichte von Burning Heart: Peter Ahlqvist über das schwedisch-europäische Netzwerk

    Veröffentlichung: Ox Fanzine Nr. 101 · Interview mit Peter Ahlqvist · um 2012 erschienen; Erinnerungen an 1990–1995

  7. FI95-113Punk in Örebro: gemeinsame Infrastruktur von Millencolin und Burning Heart

    Veröffentlichung: Ox Fanzine · Interview mit Millencolin · um 2011/2012; Erinnerungen an die 1990er Jahre

  8. FI95-120Analog Archives – Tape Dealer und Kassettenhandel, 1984–1994

    Veröffentlichung: Decibel Magazine · Interview mit Dima Andreyuk · 2020-08-31; historisches Material aus 1984–1994

Rezensionen und spätere Beiträge 3
  1. FI95-005Nordic Vision – mutmaßliche frühe negative Myst-Rezension (Heft nicht identifiziert)

    Veröffentlichung: Nordic Vision (?) · möglicherweise 1995–1998; Heft nicht belegt

    Quellenidentität unsicher, wie im PDF vermerkt.

  2. FI95-016Myst – schwedischer Kommentar zum Cover und Album

    Veröffentlichung: Hatpastorns likpredikan · 2011-02-09

  3. FI95-028Review: Fermenting Innards – Drowned (Vergleich mit Myst)

    Veröffentlichung: MetalBite · 2021-07-30

    Quellenseite ↗
Band-, Label- und Beteiligtenquellen 32
  1. FI95-006Andreas Hilbert – Golem-Interview mit Erwähnung von Fermenting Innards und Unisound

    Veröffentlichung: Voices from the Darkside · Datierung zu prüfen (spätere Erinnerung)

    Quellenidentität unsicher, wie im PDF vermerkt.

  2. FI95-009Intervista Dan Swanö

    Veröffentlichung: TrueMetal.it · 2024-06-24

    Quellenseite ↗
  3. FI95-010Neill Jameson: Black Metal (Pt. 2) – Fermenting Innards / Myst

    Veröffentlichung: No Clean Singing · 2016-07-27

    Quellenseite ↗
  4. FI95-013Fermenting Innards – Bandprofil

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Bandeintrag, 2026 aktualisiert

  5. FI95-014Myst – Original-Albumeintrag und Mitwirkenden-Credits

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · September 1995 (Angabe des Eintrags)

    Quellenseite ↗
  6. FI95-015Fermenting Innards – Drowned EP (1994), spätere Sammlernotizen

    Veröffentlichung: Asmodian Coven / Ascoven · 2009-07-21, aktualisiert 2022

  7. FI95-018Interview mit Andreas Hilbert von Golem (2005)

    Veröffentlichung: Metal1.info · 2005-04-27

    Quellenseite ↗
  8. FI95-019GOLEM – Andreas Hilbert (Gitarre, Vocals), 27.02.04

    Veröffentlichung: StudyLibDE · Wiederveröffentlichung eines Interviews von 2004 · 2004-02-27

  9. FI95-020Golem – Interview mit Andreas Hilbert (2004)

    Veröffentlichung: metal.de · 2004-05-04

  10. FI95-021Golem – autobiografischer Bandrückblick in der Ich-Form

    Veröffentlichung: Nuclear Blast · Golem-Archivseite · um 2004; Veröffentlichung undatiert

  11. FI95-032Bonesawer – Profil der Vorgängerband von Fermenting Innards

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Band 1990–1991; Seite seit 2008 online

  12. FI95-033Bonesawer → Fermenting Innards – ausführlicher Bandüberblick

    Veröffentlichung: Metallian · undatierter rückblickender Eintrag

    Quellenidentität unsicher, wie im PDF vermerkt.

  13. FI95-037Drowned (1994) – historischer Eintrag zur Demokassette von Witchcraft Records

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · März 1994; Aufnahme als März 1993 angegeben

  14. FI95-038Drowned (1994) – Invasion-Records-EP: Titel und Studio-Credits

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Mai 1994; Aufnahme 14.–18. März 1994 (laut Eintrag)

  15. FI95-039Marco Gemmet (Darken Art) – Beiträge zur Albumgestaltung

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Artwork-Credits für 1992, 1994 und 1995

  16. FI95-040Rico Spiller – frühe Rollen bei Fermenting Innards und Golem

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Mitwirkenden-Credits, 1991–1996

  17. FI95-041Marek Kassubeck – Chronologie von Bonesawer und Fermenting Innards

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Mitwirkenden-Credits, 1991–1995

  18. FI95-042Mario Weinhold – frühe Beiträge als Leadsänger

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · Mitwirkenden-Credits, 1992–1995

  19. FI95-043Flitze / Fred Wollenberg – Hinweis auf einen Gitarristen 1991

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · 1991 (Premature-Autopsy-Credit)

  20. FI95-044Nico – Gesangsbeitrag 1991

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · 1991 (Premature-Autopsy-Credit)

  21. FI95-047Mortiis – Blood and Thunder (1996): Nachleben der beiden Rahmentitel von Myst

    Veröffentlichung: Encyclopaedia Metallum · 1996 (Angabe zur Mortiis-Veröffentlichung)

  22. FI95-091Lolita Pop und Rockmagasinet – Örebros Musikszene seit 1979

    Veröffentlichung: Aftonbladet · Interview mit Karin Wistrand · Jubiläumsrückblick um 2019; 1979

  23. FI95-093Dan Swanö: Ghost, Brejn Dedd und die Anfänge von Edge of Sanity 1989

    Veröffentlichung: Metal Purgatory Media · Interview mit Dan Swanö · 2018-06-09; Erinnerungen an 1985–1990

  24. FI95-104Unisound (Örebro): Verzeichnis der Album- und Demoaufnahmen, 1992–1996

    Veröffentlichung: Carnage Deathmetal Archive · Studioverzeichnis · Aufnahmen 1992–1996, nachträglich zusammengestellt

  25. FI95-108Karl-Ulrich Walterbach: vom Berliner Punk zu Noise Records und Demokassetten

    Veröffentlichung: Metal.de · Interview mit Walterbach · um 2016; Rückblick auf 1980–1995

  26. FI95-114Schwedischer Death Metal und der Sunlight-Sound – Rückblick von Beteiligten

    Veröffentlichung: Guitar World · Interview über Entombed/Sunlight · Rückblick um 2020; Studiozeit 1989–1991

  27. FI95-115Boss HM-2 – Technik hinter dem schwedischen Death-Metal-Gitarrensound

    Veröffentlichung: Boss Articles · Herstellerchronik und Musikerinterviews · Rückblick um 2021; 1987–1993

  28. FI95-116Der Sound des Sunlight-Studios – schwedisches Interview mit Tomas Skogsberg

    Veröffentlichung: Proletären · Interview mit dem Produzenten · 2015-04-15; Erinnerungen an die 1990er Jahre

  29. FI95-118Scott Burns / Morrisound: amerikanisches Death-Metal-Studio, 1987–1997

    Veröffentlichung: Tape Op · Interview mit Produzent Scott Burns · späteres historisches Interview; 1987–1997 · Angaben aus der öffentlichen Einleitung

  30. FI95-121Glorious Times – frühe Death-Metal-Fanzines und Tape-Trading, Interview mit Beteiligten

    Veröffentlichung: Deathmetal.org · Interview mit Alan Moses und Brian Pattison · um 2010; Aktivitäten 1984–1991

  31. FI95-123Mortiis und früher Ambient/Dungeon Synth auf Kassette – Ursprünge 1993

    Veröffentlichung: Bardo Methodology · persönliche Erinnerungen von Mortiis · 2024-01-24; Rückblick auf 1993–1995

  32. FI95-128Gino Filicetti: On the Edge of Complete Conquest. Chronicles-of-Chaos-Interview mit Edge of Sanity, 1995; die ursprüngliche Datumsangabe „8/11“ lässt sich nicht eindeutig nach Tag und Monat auflösen

    Veröffentlichung: — · —

Geschichtliche und musikalische Hintergründe 60
  1. FI95-023Myst – 30th Anniversary Edition (2025): 24-seitiges Booklet, Inhalt nicht geprüft

    Veröffentlichung: Northern Silence · Beschreibung der CD-Ausgabe von 2025 · 2025

    Quellenseite ↗
  2. FI95-026Hatpastorn & Heidenhammer gissar skivor – Fermenting Innards: Myst

    Veröffentlichung: Hatpastorns likpredikan · 2019-11-27

  3. FI95-027Eerily Hauling Winds – spätere Anmerkung zur Reihenfolge von Myst und Drowned

    Veröffentlichung: Hatpastorns likpredikan · 2020-10-30

  4. FI95-034Entrails Massacre – datiertes Verzeichnis früher Konzerte

    Veröffentlichung: Entrails Massacre · Spiegel der früheren Bandwebsite auf Geocities · Konzerte am 26.12.1992 und 09.10.1993

  5. FI95-036Only Shreds Remain (1992) – frühe Live- und Studio-Titelliste

    Veröffentlichung: SensCritique · September 1992 (Angabe des Eintrags)

  6. FI95-049Berlin und Cölln – Entstehung der mittelalterlichen Handelsstadt

    Veröffentlichung: Berlin.de · offizielle Geschichtsseite des Landes Berlin · 12.–13. Jh. (spätere Zeitleiste)

  7. FI95-050Berlin – Reichshauptstadt, Industrialisierung und Wandel der Arbeiterstadt

    Veröffentlichung: Berlin.de · offizielle Stadtchronologie · 1871–1918 (historische Zeitleiste)

  8. FI95-051Berlin in der Weimarer Zeit – Verkehr und Großstadtkultur

    Veröffentlichung: Berlin.de · offizielle historische Chronologie · 1918–1933

  9. FI95-052Berlin nach 1945 – Zerstörung, Viermächtebesatzung und Teilung

    Veröffentlichung: Berlin.de · offizielle Stadtgeschichte · 1945–1989

  10. FI95-053Die Berliner Mauer, 1961–1989 – räumliche und gesellschaftliche Teilung

    Veröffentlichung: Stiftung Berliner Mauer · Gedenkstätte und Dokumentation · 1961–1989 (institutioneller Rückblick)

  11. FI95-054Geschichte von Örebro – mittelalterlicher Handel und Schuhindustrie

    Veröffentlichung: Örebro stadsarkiv · Stadtarchiv Örebro · Mittelalter–20. Jh. (Stadtgeschichtsüberblick)

  12. FI95-055Stockholms Slussen – ein öffentliches Gebäude im Stadtwandel vom 17. bis 20. Jahrhundert

    Veröffentlichung: Stockholms stad / Stadsmuseet · 1662–1942 (Museumsrückblick)

  13. FI95-056Berlin 1990–1995 – institutionelle Chronologie der wiedervereinigten Hauptstadt

    Veröffentlichung: Berlin.de · offizielle Zeitleiste zur Stadtgeschichte · 1990–1995

  14. FI95-058S-Bahn Berlin – Wiederverbindung des geteilten Bahnnetzes, 1990–1992

    Veröffentlichung: S-Bahn Berlin GmbH · offizielle Unternehmensgeschichte · 1989–1992

  15. FI95-059Potsdamer Platz – Planungswettbewerb 1991 und Baubeginn 1993

    Veröffentlichung: visitBerlin · offizielle Berliner Tourismusinformation · 1991–1995 (Stadtentwicklung der 1990er)

  16. FI95-060Mainzer Straße und die Berliner Hausbesetzerbewegung 1989–1991 – Forschungsstudie

    Veröffentlichung: Squatting and Urban Renewal · akademischer Publikationseintrag · 1989–1991 (spätere Forschung)

  17. FI95-061Neubrandenburg – Stadtgeschichte in der DDR und im Umbruch von 1990

    Veröffentlichung: Stadt Neubrandenburg · offizielle Stadtchronologie · 1945–1991

  18. FI95-062Archivbezirk Märkisch-Oderland – Verwaltungsreform in Seelow 1993

    Veröffentlichung: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Kreisarchiv Märkisch-Oderland · 1992–1994; institutioneller Überblick

  19. FI95-063Brandenburgs Agrargesellschaft 1989–1992 – ostdeutscher Strukturwandel

    Veröffentlichung: Land Brandenburg, Agrarbericht · 1989–1992 (historischer Hintergrund)

  20. FI95-064Potsdam – städtebaulicher und administrativer Wandel seit 1990

    Veröffentlichung: Landeshauptstadt Potsdam · Stadtgeschichte · 1990–1995 (offizieller Überblick)

  21. FI95-065Deutsche Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, 1. Juli 1990

    Veröffentlichung: Deutsche Bundesbank · Währungsgeschichte · 1990-07-01 (institutioneller Rückblick)

  22. FI95-06620. Juni 1991 – Berlin-Bonn-Beschluss des Bundestages

    Veröffentlichung: Deutscher Bundestag · offizielle Parlamentsgeschichte · 1991-06-20 (Rückblick)

  23. FI95-067Treuhandanstalt und wirtschaftlicher Wandel in Ostdeutschland, 1990–1994

    Veröffentlichung: Bundeszentrale für politische Bildung · historische Studie · 1990–1994 (veröffentlicht 2020)

  24. FI95-068Arbeitslosigkeit in Ost- und Westdeutschland, 1990–1995

    Veröffentlichung: Bundeszentrale für politische Bildung, Silke Röbenack · 1990–1995 (veröffentlicht 2020)

  25. FI95-069Wechselkurskrise der schwedischen Krone 1992 – Chronologie der Riksbank

    Veröffentlichung: Sveriges Riksbank · schwedische Zentralbank · 1991–1993 (institutionelle Geschichte)

  26. FI95-070Schwedisches Inflationsziel und sozioökonomische Lage, 1993–1995

    Veröffentlichung: Sveriges Riksbank · historischer währungspolitischer Überblick · 1993–1995

  27. FI95-071Schwedens EU-Beitritt und das Referendum von 1994

    Veröffentlichung: Regeringskansliet · Informationen der schwedischen Regierung · 1994–1995

  28. FI95-072Stadtarchiv Örebro – Umzug 1993 und regionaler Archivkatalog 1994

    Veröffentlichung: Örebro stadsarkiv · offizielle Institutionengeschichte · 1993–1994 (späterer Überblick)

  29. FI95-073Neuordnung der Kommunalverwaltung im Bezirk Örebro 1995

    Veröffentlichung: Örebro stadsarkiv · Überblick des Kommunalarchivs · 1995 (institutioneller Rückblick)

  30. FI95-074Stockholms Kunstinstitutionen und Stadtentwicklung, 1991–1994

    Veröffentlichung: Moderna Museet · Institutionsgeschichte · 1990–1994 (spätere Veröffentlichung)

  31. FI95-075Europäische Union 1990–1999 – Binnenmarkt und Erweiterung 1995

    Veröffentlichung: Europäische Union · offizielle Geschichtsseite · 1990–1995 (Zeitleiste)

  32. FI95-076Charta von Paris 1990 – die europäische Ordnung nach dem Kalten Krieg

    Veröffentlichung: OSZE · historische Darstellung der Institution · 19.–21.11.1990

  33. FI95-077Friedensprozess im Bosnienkrieg und Waffenstillstand Ende 1995

    Veröffentlichung: United Nations Peacekeeping · UNMIBH-Hintergrundmaterial · 1992–1995 (institutionelle Zusammenfassung)

  34. FI95-078UNHCR: Asylum in Europe / Summer of Sadness (September 1995)

    Veröffentlichung: UNHCR · Magazin Refugees Nr. 101 · 1995-09-01 (zeitgenössische Stellungnahme)

  35. FI95-079Europäische Politik und weltgeschichtliche Dokumente – OSZE-Zeitleiste 1990–1995

    Veröffentlichung: OSZE · institutionelle Zeitleiste · 1990–1995

  36. FI95-080Deutscher und internationaler Ereigniskalender 1995 – Mai und September

    Veröffentlichung: LeMO / Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland · Januar–Dezember 1995 (Museumschronik)

  37. FI95-0818. Mai 1995 – Gedenken in Berlin zum 50. Jahrestag des Kriegsendes

    Veröffentlichung: Bundeszentrale für politische Bildung, Deutschland-Chronik · 1995-05-08

  38. FI95-082Berliner COP1-Klimakonferenz, März–April 1995

    Veröffentlichung: UNFCCC · offizielle Konferenzseite · 28.03.–07.04.1995

  39. FI95-083Erster offizieller Bericht zur Berliner COP1 vom 24. Mai 1995

    Veröffentlichung: UNFCCC · FCCC/CP/1995/7, zeitgenössischer Berichteintrag · 1995-05-24

  40. FI95-084Rechtsakt zum schwedischen EU-Beitritt am 1. Januar 1995

    Veröffentlichung: EUR-Lex · Amtsblatt der Europäischen Union · 1995-01-01 (zeitgenössisches Dokument)

  41. FI95-085Dokumentation des Einigungsvertrags Berlin/Brandenburg vom April 1995

    Veröffentlichung: Verfassungsgericht des Landes Brandenburg · Gerichtsentscheidung zu historischen Ereignissen · Vertrag 27.04.1995; Rechtssache 1996

  42. FI95-086Punk in the Church: East Berlin, 1979–1989

    Veröffentlichung: Stadtmuseum Berlin / Berlin Museum · retrospektive Ausstellung 2025; 1979–1989

  43. FI95-087Punk in der DDR: Punk und Kassetten in Ostdeutschland seit 1978

    Veröffentlichung: DDR Museum, Berlin · 2016-08-23 (spätere historische Studie)

  44. FI95-088SO36 – Punk- und Alternativclub-Tradition in Kreuzberg

    Veröffentlichung: Berlin.de · städtischer Clubüberblick, heutige Darstellung; Ursprünge in den 1970er/1980er Jahren

  45. FI95-089Einstürzende Neubauten – Selbstdarstellung der Berliner Industrial-/Experimentalband

    Veröffentlichung: Einstürzende Neubauten · offizielle Bandwebsite · gegründet 1980; spätere Bandgeschichte

  46. FI95-090Örebro Rockmagasinet, 1979–1980: ursprüngliche Konzertlisten und Mitwirkende

    Veröffentlichung: Gorek / Rockmagasinet · lokales Dokumentenarchiv; Pressenachweise 1979–1980 nachträglich zusammengestellt

  47. FI95-092Lolita-Pop-Konzert 1988 im Rockmagasinet/Kulturhuset – zeitgenössischer Bericht

    Veröffentlichung: Håkans Pop / Håkan Pettersson · Veranstaltung 26.01.1988; digitale Wiederveröffentlichung 2019

  48. FI95-094Örebros Lolita Pop, 1979–1992 – Bandchronologie

    Veröffentlichung: Håkan Pettersson · lokale Musikchronik · 2019-09-03; Ereignisse 1979–1992

  49. FI95-095Knaack-Klub – Wandel der Ost-Berliner Clubszene nach 1990

    Veröffentlichung: Ost.Berlin / Museum Pankow · heimatgeschichtlicher Artikel auf Grundlage von Archivmaterial; Ereignisse 1990–1992, heutige Veröffentlichung

  50. FI95-096Tacheles seit 1990 – Proberäume und alternatives Kulturzentrum

    Veröffentlichung: Tacheles.de · Erinnerungswebsite · Besetzung am 13.02.1990; späterer Überblick

  51. FI95-097Tresor – Eröffnung 1991 in Berlin und Techno-Austausch Detroit–Berlin

    Veröffentlichung: Tresor Berlin · offizielle Clubgeschichte · Eröffnung 13.03.1991; späterer Rückblick

  52. FI95-101Millencolin – Life on a Plate: Punk aus Örebro 1995, offizielle Albumseite

    Veröffentlichung: Millencolin · offizielle Bandwebsite · Europaveröffentlichung 11.10.1995; Aufnahmen 1995

  53. FI95-105Cutting Room Stockholm – offizielle Geschichte des Masteringstudios

    Veröffentlichung: Cuttingroom.se · Website des Studios · Mastering seit 1978; aktuelle Unternehmensseite

  54. FI95-106Rock Hard – vom Fanzine 1983 zum bundesweit vertriebenen deutschen Metalmagazin

    Veröffentlichung: Rock Hard · offizielle Redaktionsgeschichte · Anfänge 1983–1990; spätere Verlagsgeschichte

  55. FI95-109The Recording Industry as the Enemy? Early West German Metal

    Veröffentlichung: International Journal of the Sociology of Leisure / Springer · Studie von 2021; Entwicklung des Metalgenres in den 1980er/1990er Jahren

  56. FI95-110Century Media Records – deutsches Underground-Labelmodell seit 1988

    Veröffentlichung: Century Media Records · offizielle Labelgeschichte · gegründet 1988; späterer institutioneller Überblick

  57. FI95-117Black metal (norsk) – Entwicklung des Genres, 1990–1995

    Veröffentlichung: Store norske leksikon · norwegisches Fachlexikon · aktueller Artikel; Kontext 1980–1995

  58. FI95-125West-Berlin und elektronische Bandexperimente – Tresor Foundation

    Veröffentlichung: Tresor Foundation · institutionelle Geschichte · 1990–1995; späterer Organisationsüberblick

  59. FI95-126Mai 1995 – Mörk Gryning im selben Zeitraum im Unisound-Studio

    Veröffentlichung: Mörk Gryning · offizielle Bandcamp-Albumseite und Neuauflageninformationen · Aufnahme Mai 1995; spätere Veröffentlichung

  60. FI95-127Mörk Gryning: Tusen år har gått (1995) und die Aufnahmen mit Dan Swanö

    Veröffentlichung: Season of Mist · offizielle Bandgeschichte · Originalalbum 1995; spätere Labelvorstellung

Albumabbildungen, Primärquellen und persönliche Mitteilungen 7
  1. FI95-U001Metal Archives: autothrall, „Better than the island“ (26. Jan. 2023, 90 %); basierend auf der englischen Originalrezension

    Veröffentlichung: — · —

  2. FI95-U002Metal Archives: shwartzheim, „Talk about misleading band names“ (20. Juni 2011, 80 %); basierend auf der englischen Originalrezension

    Veröffentlichung: — · —

  3. FI95-U003Martin / Rotting Misery Records: persönliche Mitteilung an Open Metal Album Library, 18.–19. Oktober 2026. Historische Angaben zusammengefasst; die Korrespondenz ist nicht öffentlich

    Veröffentlichung: — · —

  4. FI95-U004Originaldaten des Albums, titelbezogene Credits, Liedtexte und Veröffentlichungsangaben. Exporte aus Discogs und Metal Archives, Oktober 2026

    Veröffentlichung: — · —

  5. FI95-U005Originales Frontcover, Rückcover, CD-Abbildung und namentlich gekennzeichnete Bandporträts

    Veröffentlichung: — · —

  6. FI95-U006Bildmaterial einer inoffiziellen CD von 2022, als historisches Dokument verwendet

    Veröffentlichung: — · —

  7. FI95-U007Abbildungen der Rotting-Misery-LP von 2025: Titelliste, Archivmontage, Credits, Porträt und Beilagekarte

    Veröffentlichung: — · —

Bandkanäle und Profile

Offizielle Kanäle und geprüfte Bandprofile

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